KV rät Ärzten

Protest mit Gemütlichkeit

In der Ruhe liegt die Kraft: Im Honorarstreit mit den Krankenkassen empfiehlt die KV Baden-Württemberg ihren Ärzten, Kassenanliegen ohne jede Hast zu bearbeiten. In Saarbrücken gibt es jetzt ein Streik-Komitee.

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Es ist Fünf vor Zwölf: Die Ärzte in Baden-Württemberg und im Saarland machen Druck auf die Kassen.

Es ist Fünf vor Zwölf: Die Ärzte in Baden-Württemberg und im Saarland machen Druck auf die Kassen.

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STUTTGART/SAARBRÜCKEN (fst/kin). Protest, und zwar ganz konkret: Die KV Baden-Württemberg hat den Vertragsärzten geraten, ab sofort Kassenanfragen "sehr sorgfältig mit der hierfür notwendigen Zeit" zu bearbeiten.

Diese Anfragen seien zwar Teil der Arbeit von Vertragsärzten, "sie obliegen jedoch keiner Dringlichkeit", heißt es in einer Mitgliederinformation des KV-Vorstands vom Sonntag.

Dabei verweist der Vorstand auf die Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband am 4. und 9. Oktober.

Es gehe darum, "Druck auf die Krankenkassen auszuüben" und zu verdeutlichen, "welchen bürokratischen Aufwand wir in den Praxen leisten müssen", schreiben KV-Vorstand Dr. Norbert Metke und sein Vize Dr. Johannes Fechner.

Die Proteste sollten nicht zu Lasten der Patienten gehen - daher sei das Ausstellen einer AU-Bescheinigung (Muster 1) ausdrücklich von den Maßnahmen ausgenommen.

Im Einzelnen empfiehlt die KV, bei diesen Anfragen keine Eile walten zu lassen: Zuständigkeit eines sonstigen Kostenträgers (Muster 51) oder einer anderen Kasse (Muster 50), Arztanfrage (Muster 41), Fortbestehen einer Arbeitsunfähigkeit (Muster 52), Bescheinigung zur Erlangung von Krankengeld (Muster 17), Bericht für den Medizinischen Dienst (Muster 11) sowie Anfragen zum Zusammenhang von AU-Zeiten (Muster 52).

"Streik-Komitee" eingerichtet

Unterdessen zeigen sich Vertragsärzte an der Saar protestbereit. Bei einer Blitzumfrage von Hausärzteverband und Facharztforum Saar votierten 89 Prozent der Befragten für Praxisschließungen, falls es Anfang Oktober zu keiner Einigung mit dem GKV-Spitzenverband kommt.

"Wir haben noch nie eine so große Einigkeit und Geschlossenheit in der Ärzteschaft erlebt", erklärte der Sprecher des kurzfristig eingerichteten "Streik-Komitees", der Saarbrücker Kardiologe Dr. Dirk Jesinghaus.

Das Verhalten der Krankenkassen im Honorarstreit habe zu einer "ungeahnten Mobilisierung" der Ärzteschaft geführt.

"Wir haben in kurzer Zeit Strukturen aufgebaut", so Jesinghaus, "die uns in die Lage versetzen, geschlossen und wirksam für eine hohe Qualität der ambulanten Versorgung zu kämpfen".

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