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DAK-Report

Psychische Erkrankungen bei Jugendlichen weiter hoch

Depressionen werden bei jungen Mädchen aus wohlhabenderen Familien überdurchschnittlich häufig diagnostiziert: Das ist ein Ergebnis einer Analyse der DAK Gesundheit.

Veröffentlicht:
Mädchen sitzt vor einer Wand.

Die Pandemie hat die Zahl psychischer Erkrankungen vor allem bei Mädchen steigen lassen. (Symbolbild mit Fotomodell)

© Photographee.eu / stock.adobe.com

Berlin. Psychische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland sind im vergangenen Jahr einer neuen Analyse zufolge auf einem hohen Niveau geblieben. Nach Anstiegen seit der Corona-Pandemie gab es 2022 im Vergleich zu 2021 zwar leichte Rückgänge in den ambulanten und stationären Behandlungszahlen, wie eine Auswertung der Krankenkasse DAK-Gesundheit unter ihren Versicherten ergab, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

So erhielten 2022 elf Prozent weniger jugendliche Mädchen eine Neu-Diagnose in diesem Bereich als 2021. Bei Jungen gebe es einen Rückgang von fünf Prozent. Trotzdem seien immer noch mehr Jugendliche betroffen als vor der Corona-Pandemie – insbesondere bei den Mädchen. Hier gab es 2022 im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 ein Plus von sechs Prozent. Insgesamt wurde 2022 bei rund 110.000 jugendlichen Mädchen eine psychische Erkrankung oder Verhaltensstörung neu diagnostiziert. Den Daten zufolge leiden jugendliche Mädchen am stärksten unter Depressionen, Angststörungen und Essstörungen.

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Bei Mädchen aus sozial schwächeren Familien liegen die Zahlen auf Vorpandemieniveau

Große Unterschiede gibt es dem Bericht nach zwischen Arm und Reich: Jugendliche Mädchen aus armen Haushalten würden seltener bei psychischen Erkrankungen behandelt als Mädchen aus reichen Haushalten. So sank die Diagnose Depression bei sozial benachteiligten Mädchen 2022 nahezu wieder auf das Vor-Pandemieniveau. Bei Mädchen aus der Mittel- und Oberschicht gab es hingegen ein Plus von 29 und 28 Prozent.

„Eine Vermutung ist, dass Jugendliche aus sozial schwächeren Milieus nicht grundsätzlich weniger psychisch krank sind. Sie suchen nur seltener eine Behandlung auf“, sagte Christoph Correll, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Berliner Charité. „Es besteht die Sorge, dass Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien nicht die gleichen Behandlungschancen haben wie Gleichaltrige aus anderen sozialen Schichten.“ (dpa)

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