Arbeitswelt

Psychologen unterstützen bei Veränderungsprozessen

In einer Broschüre werden in aller Kürze die psychologischen Reaktionen von Arbeitnehmern in Change-Prozessen beschrieben und Zusammenhänge mit der psychischen Gesundheit erläutert.

Veröffentlicht: 29.12.2015, 08:08 Uhr

BERLIN. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) behandelt in einem neu erschienenen Flyer die Herausforderungen bei Veränderungen in der Arbeitswelt.

"An den meisten Arbeitsplätzen haben sich die Strukturen und Abläufe tiefgreifend verändert", erklärt BDP-Präsident Professor Michael Krämer.

Die Beschleunigung des Wandels in der Arbeitswelt habe häufig eine erhöhte Stressbelastung, Unsicherheit und Desorientierung zur Folge.

Rigidität und Festhalten an bisher gültigen Regeln sowie die Tendenz zu macht- und nicht sachorientierten Konfliktlösungsstrategien könnten Veränderungen behindern.

Psychologen seien in der sich wandelnden Arbeitswelt Ratgeber für gelingende Veränderungsprozesse.

Zahl der AU-Tage aufgrund psychischer Erkrankungen steigt

In der Broschüre werden in aller Kürze die psychologischen Reaktionen von Arbeitnehmern in diesen Prozessen beschrieben und Zusammenhänge mit der psychischen Gesundheit und dem Scheitern von Projekten erläutert.

"Angesichts der steigenden Zahlen von Krankschreibungen aufgrund von psychischen Belastungen kann sich ein psychologisch orientierter Ansatz im Changemanagement und die Einbindung von Psychologen vor dem Start und während eines Veränderungsprozesses auszahlen", so Krämer.

Mit insgesamt 40 Millionen AU-Tagen stehen psychische Erkrankungen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) auf Platz zwei bei den Krankschreibungen in Deutschland.

Noch zu oft werde die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz nicht durchgeführt, unter anderem auch deshalb, weil zu wenig Fachleute wie Organisationspsychologen dafür eingestellt oder damit beauftragt werden, so der BDP.

Auch das Arbeitssicherheitsbarometer der Dekra hatte vor Kurzem Defizite bei der psychischen Gefährdungsbeurteilung offengelegt. (maw)

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