Direkt zum Inhaltsbereich

Psychotherapeuten sehen ihr Know-how gefragt

Psychotherapeuten bemängeln, dass sie in der ambulanten Versorgung zu selten bei der Behandlung chronischer Schmerzpatienten eingebunden sind.

Von Jürgen Stoschek Veröffentlicht:

MÜNCHEN. In die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen sollten auch Psychotherapeuten eingeschlossen sein, fordert der Präsident der Bayerischen Psychotherapeutenkammer (PTK), Dr. Nikolaus Melcop.

In spezifischen stationären und teilstationären schmerztherapeutischen Einrichtungen sei diese Forderung vielfach bereits realisiert. Im ambulanten Bereich gebe es für Patienten mit chronischen Schmerzen jedoch oftmals noch kein angemessenes Angebot, bedauerte Melcop bei einer Pressekonferenz in München, bei der über neue Versorgungsformen berichtet wurde.

Notwendig seien interdisziplinäre Behandlungskonzepte, bei denen Psychotherapeuten, Psychologen, Orthopäden, Neurologen, Anästhesisten und Chirurgen eng zusammenarbeiten, erklärte Melcop. In Deutschland gebe es jedoch noch viel zu wenig solcher interdisziplinär arbeitenden schmerztherapeutischen Einrichtungen.

Eines davon ist das Algesiologi-kum, ein Medizinisches Versorgungszentrum in München. Dort werde jeder Schmerzpatient von mindestens drei Fachrichtungen gesehen, berichtete Dr. Bernhard Klasen. Allein für eine solch umfassende Anamnese würden pro Patient bis zu fünf Stunden benötigt. Erst dann werde ein gemeinsamer Therapieplan erstellt. Als die mit Abstand effektivste Therapiemöglichkeit bei Patienten mit chronischen Schmerzen habe sich die multimodale Schmerztherapie mit mindestens 100 Stunden Dauer erwiesen, berichtete Klasen. Multimodale Behandlungen seien durch die Einbindung somatischer, körperlicher, psychologisch übender sowie psychotherapeutischer Verfahren gekennzeichnet.

Psychotherapeutische Verfahren in der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen haben das Ziel, durch das Erlernen von Entspannungstechniken und Problemlösungsstrategien, durch Selbstwahrnehmung und eine Reduktion von angstmotiviertem Vermeidungsverhalten dem Patienten vor allem wieder Selbstvertrauen zu geben, erläuterte Melcop.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Abb. 1: Anteil der PMR-Patientinnen und -Patienten mit anhaltender Remission (primärer Endpunkt)

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [3]

Erstes steroidsparendes Biologikum bei Polymyalgia rheumatica

Sarilumab schließt eine therapeutische Lücke

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Besser als Atemtherapie?

Supragastrisches Aufstoßen lässt sich mit Gesang vertreiben

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt