Weiterbildung

Qual der Wahl in Bremen

Die Weiterbildungsassistenten in Bremen haben ein Luxusproblem: Sie können zwischen zwei Institutionen für Weiterbildung wählen.

Von Christian Beneker Veröffentlicht: 08.01.2018, 11:01 Uhr

BREMEN. Die Bremer Ärztekammer hat Ende 2017 ein Zentrum für Qualität in der Weiterbildung gegründet. Damit haben nun die Bremer Hausarztassistenten die Qual der Wahl. Denn die Kammer gründete ihr Zentrum fast zur gleichen Zeit, zu der auch das neue Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Niedersachsen am 13. Dezember vergangenen Jahres in Oldenburg an den Start gegangen ist. Nun müssen also die Bremer Hausarztassistenten wählen – Weiterbildung bei der Bremer Kammer oder im kooperativen Kompetenzzentrum Niedersachsen.

Während sich der Bremer Hausärzteverband mit seiner Akademie für hausärztliche Fortbildung dem niedersächsischen Kompetenzzentrum angeschlossen hat, lehnt die Bremer Ärztekammer eine Kooperation mit dem Kompetenzzentrum im Nachbarland ab.

Aber warum? Dr. Heike Delbanco, Geschäftsführerin der Kammer, erklärt, Weiterbildung sei Kerngeschäft der Kammer – deshalb die Entscheidung für ein eigenes Qualitätszentrum. In den Kooperationsverhandlungen zum Kompetenzzentrum Niedersachsen habe der Bremer Hausärzteverband zudem signalisiert, er würde seine Akademie schließen, wenn sich die Kammer nicht dem Kompetenzzentrum anschlösse, sagt Delbanco. Deshalb setze die Kammer nun auf ein eigenes Angebot. Hausarzt Jürgen Biesewig von der Akademie des Bremer Hausärzteverbands spricht in diesem Zusammenhang von "einer misslungenen Kommunikation".

Einige Gesprächsversuche mit der Bremer Kammer sind danach offenbar gescheitert. "Wir haben immer versucht, auch die Kammer Bremen mit ins Boot zu holen, wir denken inklusiv", betont auch Professor Michael Freitag, Leiter der Abteilung Allgemeinmedizin an der Oldenburger Medizinfakultät. Sein Haus ist Gründungsmitglied des Kompetenzzentrums. Unterdessen lehnte die Kammer es ab, ihre Mitglieder die Einladung zur Eröffnung des niedersächsischen Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin im vergangenen Dezember in Oldenburg zuzuschicken. "Aus Datenschutzgründen", wie Delbanco sagt. Es sei der Kammer nicht erlaubt, eigene Daten für die Ankündigung von Veranstaltungen anderer Anbieter als der Ärztekammer Bremen zu verwenden.

Nun werden also die rund 30 Bremer hausärztlichen Weiterbildungsassistenten mit den Füßen abstimmen. "20 Weiterbildungsassistenten aus Bremen und Bremerhaven haben sich bereits in das Kompetenzzentrum Niedersachsen eingeschrieben", berichtet Hausarzt Biesewig von der Akademie des Hausärzteverbands.

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