Rabattsituation macht Ärzten und Apothekern Sorge

FRANKFURT/MAIN (run). Chronisch Kranke profitieren von einer gleich bleibenden Medikation. Dies garantiert etwa die von der KBV vorgeschlagene Wirkstoffverordnung kombiniert mit dem von der Apothekerschaft favorisierten Modell, Arzneimittel innerhalb eines festen Preiskorridors wählen zu können.

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Auf der Veranstaltung "Bilanz der Rabattverträge" in Frankfurt unterstützten Vertreter beider Berufsgruppen diesen Weg als Alternative zu Rabattverträgen. "Diese haben häufig Arzneiumstellungen erfordert", so Dr. Jürgen Bausch, Ehrenvorsitzender der KV Hessen. "Ich habe in der Praxis dadurch schon Fälle von Überdosierung erlebt, weil Patienten nicht merkten, dass die neue Packung den gleichen Wirkstoff hatte wie die noch vorhandene alte."

"Wir müssen weg von der häufigen Substitution, betonte auch Professor Henning Blume von der SocraTec R&D GmbH. Selbst bei sachgemäßer Einnahme könne ein Austausch Probleme machen. So unterschieden sich die Blut-Wirkstoffkurven zwischen Retardformulierungen mit Metoprololtartrat und -succinat deutlich, ebenso bei Nifedipin, je nachdem ob es als Matrix- oder OROS-Tablette genommen werde. Generell kritisch seien Medikamentenwechsel bei chronischen Schmerzen, Epilepsie, Diabetes, Bluthochdruck und Schilddrüsenerkrankungen.

Um einen Austausch zu vermeiden, können Ärzte zwar das aut- idem-Kreuz setzen oder Apotheker pharmazeutische Bedenken geltend machen. Davon werde aber aus Sorge vor Wirtschaftlichkeitsprüfungen und Nullretaxation, also der Nichterstattung eines Rezepts, wenig Gebrauch gemacht, so ABDA-Geschäftsführer Karl-Heinz Resch. Er begrüßte daher die Initiative des Unternehmens Desitin, das vor drei Monaten die Plattform "Pharmazeutische Bedenken" im Web eingerichtet hat. Dort können Fachkreise Austausch-Probleme erörtern und Hilfe bei Fragen erhalten.

www.pharmazeutische-bedenken.de

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