Klinische Studien

Räte empfehlen 100 Millionen für Forschung

In Deutschland wird zu selten ergebnisfrei geforscht — das bemängelt der Wissenschaftsrat.

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BERLIN. Der Wissenschaftsrat empfiehlt, bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr für die klinische Grundlagenforschung bereitzustellen. Aus einem solchen Förderangebot sollten zwischen fünf und zehn Studien jährlich finanziert werden, sagte WR-Generalsekretär Thomas May am Montag in Berlin. "Wir brauchen Studien, bei denen nicht von vorneherein klar ist, in welche Richtung sie sich entwickeln", sagte May. Die gesetzlichen Krankenkassen müssten ein eigenes Interesse daran haben, solche Studien zu unterstützen. Themen könnten der demografische Wandel, also Altersmedizin, Folgen der Digitalisierung des Gesundheitswesens oder der personalisierten Medizin sein, sagte May.

Der Rat schlägt zudem vor, die Forschungslandschaft zu pflegen. Dafür solle eine Basisinfrastruktur (Clinical Trial Units) eingerichtet werden, die Studien mit Beratungs- und Verwaltungsleistungen sowie professionellem Personal und Infrastruktur unterstützen könnte. Universitätsmedizinische Standorte sollten dagegen hochspezialisierte Infrastrukturen aufbauen.

Die Empfehlungen sind Ergebnisse der Herbsttagung des Rates. Auslöser der Intervention des Wissenschaftsrates, dem auch Bund und Länder angehören, war unter anderem die vergleichsweise schwache Präsenz deutscher Wissenschaftler als Erstautoren in den einschlägigen internationalen Wissenschaftsjournalen.

"Das Potential nichtkommerzieller und rein wissenschaftsgetriebener klinischer Studien ist nicht ausgeschöpft – mit negativen Folgen für Patienten und das Gesundheitssystem insgesamt", heißt es in den am Montag veröffentlichten "Empfehlungen für Klinische Studien". (af)

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