AMNOG

Regierung gegen Ad hoc-Reform

Trotz hoher Ausgaben für neue Medikamente will die Regierung zurzeit keine Revision des AMNOG.

Veröffentlicht:

BERLIN. Im Streit um das als "1000 Dollar-Pille" titulierte Hepatitis C-Präparat Sofosbuvir (Sovaldi®) lehnt die Bundesregierung schnelle Korrekturen ab.

Das Verfahren der frühen Nutzenbewertung, bei dem die Preisgestaltung des Herstellers im ersten Jahr nach Zulassung frei bleibt, habe sich "im Grundsatz gut bewährt", heißt es in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion.

Der Apothekenverkaufspreis einer Packung Sovaldi® mit 28 Tabletten beträgt 19.999 Euro, je nach Therapiedauer kostet die Behandlung eines Patienten zwischen 60.000 und 120.000 Euro. Seit der Marktzulassung im Februar seien 8700 Packungen des Medikaments im ersten Halbjahr zu Lasten der GKV verordnet worden, heißt es.

Die Regierung bezeichnet die Ausgabenentwicklung für das Präparat als "einzigartig" und kündigt an, die Entwicklung weiter "aufmerksam zu beobachten".

Vorschläge, den ausgehandelten Erstattungsbetrag auch für das erste Jahr nach Markteinführung gelten zu lassen, müssten "am Grundrecht der Berufsfreiheit der pharmazeutischen Unternehmen und gegebenenfalls am verfassungsrechtlichen Rückwirkungsverbot" gemessen werden.

Für die Linksfraktion forderte Kathrin Vogler, Sprecherin für Arzneimittelpolitik, "Mondpreise gehören gesetzlich abgeschafft". Die sich abzeichnenden Kostenbelastungen könne die "Solidargemeinschaft auf Dauer nicht leisten".

Zuvor hatte dagegen der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, eine Rückwirkung des Erstattungsbetrags abgelehnt und die bisherige Verhandlungsstrategie des GKV-Spitzenverbands harsch kritisiert. Er warf den Kassen "starrköpfiges und kurzsichtiges Verhalten" vor.

Mit Blick auf die Verhandlungen über den Erstattungsbetrag für Sovaldi® kritisierte Spahn, anstatt konstruktive Gespräch zu suchen "wird in billiger öffentlicher Stimmungsmache der Nutzen in Frage gestellt und mit den Hoffnungen vieler Patienten gespielt." (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Am 28. Juli ist Welt-Hepatitis-Tag.

© Roche Diagnostics

Hepatitis-Screening: noch zu wenig bekannt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?