Direkt zum Inhaltsbereich

Arznei-Lieferengpässe

Regierung sieht aktuell keine Probleme

Lieferengpässe bei Arzneien können nicht "zwangsläufig mit medizinischenVersorgungsengpässen gleichgesetzt werden", so die Regierung.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die Bundesregierung sieht nach eigenen Angaben keinen aktuellen Handlungsbedarf wegen Lieferengpässen von Medikamenten und Impfstoffen.

Man werde erst "unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Pharmadialogs prüfen und entscheiden, ob und welche gesetzlichen oder auch nicht-gesetzlichen Maßnahmen getroffen werden", heißt es in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen im Bundestag. Die aktuelle Runde des Pharmadialogs dauert bis April 2016.

Infos über Impfstoffalternativen

Ende Oktober erwartet die Regierung eine Liste von ärztlichen Fachgesellschaften mit unverzichtbaren Arzneimitteln, heißt es. Gründe für Lieferengpässe könnten sehr heterogen sein und dürften "nicht zwangsläufig mit medizinischen Versorgungsengpässen gleichgesetzt" werden, da oft alternative Medikamente zur Verfügung stünden.

Angesichts jüngst deutlich gewordener Engpässe bei Impfstoffen verweist die Regierung auf ein Verfahren, bei dem Hersteller das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) über Liefer- und Versorgungsengpässe informieren.

Hierbei würden Ärzte in einer mit dem Robert Koch-Institut abgestimmten Empfehlung über Impfstoffalternativen informiert, berichtet das Bundesgesundheitsministerium.

Dieses Register kann seit rund zwei Wochen auf der Webseite des Paul-Ehrlich-Instituts abgerufen werden. Durch die freiwillige Meldung der Hersteller an das PEI erscheine eine gesetzliche Regelung "zurzeit nicht erforderlich".

BfArM-Chef zeigt sich besorgt

"Entweder stochert die Bundesregierung selbst im Nebel, oder sie versucht, Ursachen für Lieferengpässe zu vernebeln", kritisiert die grüne Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche die Antwort.

Der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Professor Karl Broich, hatte jüngst vor dramatischen Lieferengpässen gewarnt.

Schulz-Asche erinnerte an weitergehende Forderungen der Behörde nach einer Melde-Verpflichtung: "Warum das Gesundheitsministerium seine eigenen Spezialisten mit dieser Forderung derart im Regen stehen lässt, ist schleierhaft", so Schulz-Asche. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Zusatzeinkommen

Lukratives Prüfgeschäft: Versorgerpraxen in der klinischen Forschung

Beitragssatzstabilisierungsgesetz

Das GKV-Sparpaket und die Neinsager in der Koalition

GKV-Spargesetz

„Beitragssatzstabilität!“ – Die Honorarschere wird nachgeschärft

Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

© AzmanJaka | Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

© FatCamera | Getty Images (Symbolbild mit Fotomodellen)

Impfstatus Klinikpersonal

Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Früherkennung von Bluthochdruck

Hypertonie: Wenn die Smartwatch in falsche Sicherheit wiegt

Kasuistik

Was hat die interstitielle Nephritis ausgelöst?

Lesetipps
Eine ältere Person hält drei Blisterstreifen mit Tabletten zwischen beiden Händen.

© wernerimages / stock.adobe.com

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?

Ein Hautarzt untersucht die Haut mit einem Dermatoskop auf Melanom.

© Iryna&Maya / stock.adobe.com

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen