Arzneimittelpolitik

Rösler treibt Hersteller zu Verhandlungen mit Kassen

BERLIN (hom/fst). Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will formal bei neuen Arzneimitteln an der freien Preisbildung für Hersteller festhalten. Tatsächlich schwingt Philipp Rösler die Peitsche: Schließen Hersteller und Kassen keine Erstattungsverträge, droht die Kosten-Nutzen-Bewertung durch das IQWiG.

Veröffentlicht:
Wieder im Fokus der Sparpolitik: Arzneimittel. © [M] photos.com

Wieder im Fokus der Sparpolitik: Arzneimittel. © [M] photos.com

© [M] photos.com

In einem Arbeitspapier schlägt das BMG für innovative Arzneimittel eine kurzfristige Nutzenbewertung "zeitnah möglichst zur Markteinführung" vor. Dazu soll der Hersteller ein Dossier vorlegen, das als Basis für eine Bewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) dient. Auf Bundesebene sollen Anwendungsvoraussetzungen für das Präparat festgelegt werden - entweder bilateral zwischen Hersteller und GKV-Spitzenverband oder einseitig durch den GBA.

Auch bei Präparaten, die nicht im Wettbewerb mit anderen innovativen Arzneimitteln stehen, setzt das Ministerium auf eine Erstattungsvereinbarung zwischen Hersteller und jeder Kasse. Liegen diese Verträge ein Jahr nach Markteinführung nicht vor, beginnt eine Kosten-Nutzen-Bewertung des IQWiG. Am Ende wird ein Höchstpreis für die Kassen festgelegt. Für andere patentgeschützte Medikamante gilt dasselbe Verfahren: Kommen Verträge mit den Kassen nicht zustande, droht eine Bewertung durch das IQWiG. Kritisch bewertet wird in dem Papier die Option, diese Arzneimittel in eine Festbetragsgruppe einzuordnen. Das könnte Patienten "mit hohen Mehrkosten belasten", heißt es.

Unterdessen kündigte Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) an, bis Ende des Jahres ein Spargesetz für Arzneimittel vorzulegen. Die "Einsparchancen" lägen bei zwei Milliarden Euro, sagte er der "Bild"-Zeitung.

Lesen Sie dazu auch: Das IQWiG wird zur bloßen Drohkulisse

Mehr zum Thema

Europäische Datenstrategie

Erstes EU-Gesetz zur Datenspende vor Verabschiedung

Capsid-Inhibitor

Lenacapavir punktet bei Multiresistenz

Zum Welt-Aids-Tag

HIV: Was Ärzte bei Therapieversagen tun können

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
AU-Bescheinigungen können vorerst bis Ende März auch weiter via Telefon-Kontakt ausgestellt werden.

© Stockfotos-MG / stock.adobe.com

Corona-Sonderregeln

GBA verlängert Tele-AU bis Ende März 2022

Hendrick Wüst, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (vorne von rechts), Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Olaf Scholz (SPD), SPD-Kanzlerkandidat und Bundesminister der Finanzen, auf dem Weg zur Pressekonferenz, auf der sie die beschlossenen Maßnahmen vorstellten.

© John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Einheitliche Standards beschlossen

Bund-Länder-Gipfel ebnet regionalen Corona-Lockdowns den Weg