BMG-Haushaltsdebatte

SPD betont Abgrenzung zur Union

Veröffentlicht:

BERLIN. Die SPD geht in der Gesundheitspolitik auf Distanz zum Koalitionspartner. In der Debatte des BMG-Ressorthaushalts im Bundestag am Freitag attestierte Sabine Dittmar (SPD) ihrer Partei, „erfolgreiche gesundheitspolitische Arbeit“ geleistet zu haben. Dort wo es hakt, sieht die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD Minister Jens Spahn (CDU) in der Bringschuld.

So etwa bei der Reform des Finanzausgleichs der Kassen (Morbi-RSA). Man erwarte immer noch auf einen Gesetzentwurf, so Dittmar. Grund der Verzögerungen sei das umstrittene Vorhaben Spahns, das AOK-System bundesweit zu öffnen. Wenn er dafür keine Mehrheiten finde, solle er dieses Vorhaben fallen lassen, forderte Dittmar.

Breitseiten feuerte die SPD-Politikerin auch gegen Spahn-Vorhaben, in denen – wie bei der MDK-Reform oder beim Implantate-Registergesetz – Selbstverwaltung oder Bundesausschuss geschwächte würden. Alle diese Angriffe werde die SPD zurückweisen.

„Wir machen den Unterschied“

Spahn zeigte sich in seiner Haushaltsrede staatsmännisch: „Wir machen den Unterschied.“ Er habe 18 Gesetze in 18 Monaten vorgelegt, die Opposition dagegen betreibe Wolkenschieberei.

Es gebe eine Vertrauenskrise mit Blick auf die Versorgung in Medizin und Pflege. Hier gelte es, mit konkreten Schritten Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen, so Spahn.

Das Feuerwerk vieler Gesetze helfe nicht weiter, wenn die Diagnose falsch gestellt wird, meinte dagegen Maria Klein-Schmeink (Grüne). „Sie haben die Herausforderungen nicht verstanden“, attestierte die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Minister Spahn. Man müsse weg von einem „rein ärztlich zentrierten Gesundheitswesen“.

Anstatt für Fachärzte „einzelne EBM-Ziffern“ neu aufzulegen, sollte dauerhaft in interprofessionell arbeitende Versorgungsnetze investiert werden. Es drohe in Deutschland „ein massiver Fachkräftemangel, der sich gewaschen hat“. Vor diesem Hintergrund müssten die nicht-ärztlichen Therapieberufe – Stichwort Akademisierung“ – aufgewertet werden, forderte Klein-Schmeink. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Medizin der Zukunft braucht mehr als Sonntagsreden

Abgabehonorar

Apothekerpräsident Preis kündigt „Frühling der Proteste“ an

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Detailansicht eines Windrades: Bringt eine ökologisch nachhaltige Geldanlage auch gute Rendite? Anleger sollten auf jeden Fall genau hinschauen.

© Himmelssturm / stock.adobe.com

Verantwortungsbewusstes Investment

„Nachhaltig – das heißt nicht, weniger Rendite bei der Geldanlage!“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Lesetipps
3D-Illustration einer Lunge mit Tumor.

© Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Deutschland

Sterblichkeit wegen Krebs in nahezu allen Altersgruppen rückläufig

Ein kleiner Piks muss sein - doch die Schmerzbelastung lässt sich reduzieren! Wichtig ist es die Familie mit einzubeziehen.

© APHP-COCHIN-VOISIN / PHANIE / Science Photo Library

Stressfreie Blutabnahme

So lassen sich Schmerzen durch Nadelstiche bei kleinen Kindern mindern

Ein Arzt klebt einem älteren Herrn ein Pflaster auf den Arm, wo der Mann geimpft wurde.

© anon / stock.adobe.com

Datenanalyse

Demenzschutz durch Zosterimpfung: Studie liefert erneut Hinweise