Berufspolitik

Sachsen will alte Menschen nicht sich selbst überlassen

Veröffentlicht: 22.05.2009, 05:00 Uhr

DRESDEN (tra). Das Land Sachsen startet mit der Umsetzung seiner Gesundheitsziele. Im Fokus stehen dabei Senioren. "Ziel ist es, ältere Leute in ihrem sozialen Umfeld zu halten", sagt Sachsens Ärztekammerpräsident Professor Jan Schulze. Er leitet den Steuerungskreis, der ein detailliertes Konzept erarbeitet hat, mit dem die Gesundheitsziele erreicht werden sollen.

Der Plan "Aktives Altern" sieht vor, Angehörige bestimmter Berufsgruppen, ehrenamtlich Tätige sowie Mitarbeiter von Unternehmen und Kommunen für den Umgang mit Senioren zu qualifizieren. So soll beispielsweise bis zum Jahr 2012 die Ausbildung für Pflegekräfte durch das integrierte Fachabitur aufgewertet und ein Bachelor-Studiengang Pflege aufgebaut werden. Der könnte zum Beispiel an der evangelischen Fachhochschule Dresden eingerichtet werden. Vorgesetzte sollen in Kursen an der TU Dresden alters- und geschlechtsspezifisches Führungsverhalten trainieren können. Senioren werden am Ende ihres Berufslebens beim Übergang in den Ruhestand beraten und begleitet.

Zudem soll gemeinsam mit den Kommunen die Nachbarschaftshilfe auf dem Land angekurbelt werden. Sturzgefährdete Patienten sollen mit Hilfe spezieller Fragebögen, die in Arztpraxen und Apotheken ausliegen sowie über das Internet abgerufen werden können, identifiziert werden.

Durch eine stärkere Präsenz älterer Menschen in den Medien, der Ausschreibung von Wettbewerben und der Einrichtung von Begegnungsstätten für Jung und Alt soll das Thema "Altern" stärker in die Öffentlichkeit gerückt werden. Mit dem Konzept will sich das Bundesland mit dem höchsten Altersdurchschnitt den Herausforderungen stellen, die durch den demografischen Wandel entstehen.

Beispiele für die Gesundheitsziele

Gesundes Aufwachsen von Kindern: Ernährung, Mundgesundheit, Sprachförderung, Impfschutz, Bewegung.

Prävention, Behandlung und Nachsorge bei Typ-2-Diabetikern: Ermunterung zu Änderungen im Lebensstil.

Gesundheitsförderung von Arbeitslosen: Kurse, freiwillige Tätigkeiten, Vernetzung.

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