Schlaganfall-Rettungswagen soll Patienten schneller helfen

Seit Ende Februar können Charité und Berliner Feuerwehr Schlaganfallpatienten schneller behandeln. Das neue Fahrzeug bringt alle für die Behandlung erforderlichen Untersuchungs- und Therapiemöglichkeiten mit.

Von Eugenie Wulfert Veröffentlicht:
Der neue Rettungswagen für Schlaganfall-Patienten enthält einen kompakten Computertomografen.

Der neue Rettungswagen für Schlaganfall-Patienten enthält einen kompakten Computertomografen.

© Eugenie Wulfert

BERLIN. Das Herzstück des neuen Rettungswagens ist ein kompakter Computertomograf. "Er liefert die für den Schlaganfall charakteristischen Bilder verstopfter Gefäße oder kann andere Ursachen gestörter Hirnfunktionen ausschließen", sagte Professor Heinrich Audebert, Leiter des Projektes, bei der Vorstellung des Stroke-Einsatzmobils (Stemo) in Berlin. Der Wagen ist zudem mit der nötigen Labordiagnostik ausgerüstet.

So könne eine Lysetherapie unmittelbar nach der Diagnose noch im Rettungswagen eingeleitet werden, so Audebert.

Das Ziel des Projektes ist es, die Zeitspanne zwischen den ersten Symptomen und dem Einleiten der Therapie deutlich zu verkürzen und damit wertvolle Zeit für das Überleben von Hirngewebe bei betroffenen Patienten zu gewinnen. "Etwa 1,5 Stunden vergehen durchschnittlich in der Hauptstadt, bis ein betroffener Patient die Lyse erhält", sagte Audebert.

Mehr als die Hälfte der Zeit gehe dabei im Krankenhaus durch mehrfache Übergaben verloren.

Zur Besatzung des Stemos gehören ein Neurologe mit Zusatzqualifikation als Notarzt, ein Röntgenassistent und ein Rettungssanitäter der Berliner Feuerwehr. Während des Einsatzes ist der Schlaganfall-Rettungswagen ständig mit einer der Stroke units in den Berliner Kliniken verbunden.

Über die telemedizinische Anbindung können Vitaldaten und Diagnosen in die Klinik übermittelt werden. Nach Angaben der Charité sollen sogar Bild- und Tonverbindungen zwischen dem Rettungswagen und der Klinik möglich sein.

Das Stemo ist in der Feuerwache Uhlandstraße in Berlin Wilmersdorf stationiert und kann damit der Feuerwehr zufolge 1,2 Millionen Berliner erreichen. Bis Ende April soll das Stemo in erster Linie parallel zu einem herkömmlichen Rettungswagen alarmiert werden. Im Mai soll dann die eigentliche Studienphase starten, in der nur das Stemo ausrückt.

Um eine hohe Trefferquote beim Ausrücken zu erzielen, wurde für die Leitstelle ein eigenes Abfrageschema entwickelt, um bereits bei der Notrufaufnahme gezielt Schlaganfälle zu erkennen.

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