AOK Nordwest

Schleswig-Holstein soll kein AOK-Satellit sein

Iris Kröner ist die neue Landesdirektorin für Schleswig-Holstein bei der AOK Nordwest. Sie will Bedenken zerstreuen, die Region werde allein von der Zentrale aus gesteuert.

Veröffentlicht: 30.06.2020, 15:53 Uhr
Schleswig-Holstein soll kein AOK-Satellit sein

Iris Kröner übernimmt am 1. Juli die Geschäftsführung bei der AOK Nordwest.

© Dirk Schnack

Kiel. Bei der AOK Nordwest ist von 1. Juli an Iris Kröner als neue Landesdirektorin für Schleswig-Holstein zuständig. Sie übernimmt die Aufgaben von Thomas Haeger, der in den Ruhestand gegangen ist. Kröner ist an Vorschlägen der Selbstverwaltungspartner, die regionale Besonderheiten berücksichtigen wollen, interessiert.

„Ich bin gespannt auf Vorschläge, wie wir etwas verbessern können. Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein haben als Regionen für uns das gleiche Gewicht“, sagte Kröner der „Ärzte Zeitung“ und kündigte an: „Wir wollen auch in Zukunft Versorgung in Schleswig-Holstein aktiv gestalten.“

Damit tritt sie Befürchtungen entgegen, dass Schleswig-Holstein als kleinere Region im Verhältnis zu Westfalen-Lippe von der AOK Nordwest zunehmend als Satellit begriffen wird. Kröner kann sich vielmehr Lösungen für Schleswig-Holstein vorstellen, die die regionalen Gegebenheiten berücksichtigen.

Justiziarin bei der AOK Schleswig-Holstein

Die Entscheidungen darüber fallen aber weiterhin in der Zentrale der AOK Nordwest in Dortmund. Die 49 Jahre alte Juristin Kröner ist eines von vier Vorstandsmitgliedern um den Vorsitzenden Tom Ackermann. Kröner ist die Region zwischen Nord- und Ostsee bekannt. Sie ist in Schleswig-Holstein aufgewachsen und war vor der Fusion Justiziarin der AOK Schleswig-Holstein und Leiterin des Rechtsbereichs.

Nach dem Zusammenschluss war sie zuletzt Unternehmensbereichsleiterin Recht und Compliance und ist künftig als Vorstandsbevollmächtigte zusätzlich für den Bereich Personal mit 7000 Mitarbeitern verantwortlich.

Veränderungen wünscht sie sich vor allem im Bereich der Digitalisierung in Form gemeinsamer Projekte, mit denen Ärzte und Krankenkasse die Versorgung im Norden besser und effizienter gestalten können. Kröner ist überzeugt, dass die Versicherten Fortschritte wie sie nach ihrer Ansicht etwa mit der Videosprechstunde erzielt werden, begrüßen.

„Die Videosprechstunde hat gerade in den letzten Wochen der Corona-Krise gezeigt, welche Potenziale noch in der Digitalisierung schlummern. Umfragen bestätigen uns, dass das von den Versicherten auch gewünscht ist“, sagte Kröner.

Digitalisierung: Modellprojekte ausprobieren

Statt permanent Vorbehalte auszudiskutieren, plädiert sie in der Digitalisierung für ein schnelleres Ausprobieren über Modellprojekte. Das gelte auch in finanziell schwierigen Zeiten, in denen durch die Pandemie und durch viele Gesetze aus dem Bundesgesundheitsministerium zusätzliche Lasten auf die GKV zukommen.

Um diese Ausgaben zu stemmen, hält Kröner einen „deutlichen Steuerzuschuss“ des Bundes für unverzichtbar. Als positiv empfindet sie das Engagement der Landesregierung im Norden, die mit ihrem Versorgungssicherungsfonds Projekte im Gesundheitswesen unterstützt, die eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit zum Ziel haben. (di)

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