Weniger Geburten

Schleswig-Holstein will Geburtshilfe neu aufstellen

Hohe Qualität, Flächendeckung, im Einklang mit G-BA-Vorgaben: Der Gesundheitsminister hat skizziert, wie die Geburtshilfe im Norden zukunftsfähig werden soll.

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Die Zahl der Geburten in Geburtskliniken des Levels 4 sinkt in Schleswig-Holstein teils stark. Das hat Auswirkungen auf die Suche nach Fachpersonal – und auf die Qualität.

Die Zahl der Geburten in Geburtskliniken des Levels 4 sinkt in Schleswig-Holstein teils stark. Das hat Auswirkungen auf die Suche nach Fachpersonal – und auf die Qualität.

© bevisphoto / stock.adobe.com

Kiel. Geburtshilfe soll qualitativ hochwertig und gut erreichbar sein. Zugleich müssen bei der Planung der Kapazitäten bundesgesetzliche Vorgaben beachtet werden. Wie das im Flächenland Schleswig-Holstein künftig funktionieren soll, hat Landesgesundheitsminister Dr. Heiner Garg (FDP) kürzlich skizziert.

Hintergrund ist eine anhaltende Diskussion im Norden, weil die Zahl der Geburtskliniken abnimmt. Eine der Herausforderungen ist die sinkende Zahl an Geburten in Geburtskliniken des Levels vier. In ihnen ist das Vorhalten von Pädiatern nicht vorgeschrieben.

„Die Geburtenzahlen in den Geburtskliniken des Levels vier sinken teilweise so stark, dass Geburten nicht mehr täglich durchgeführt werden. Eine geringe Geburtenzahl erschwert zum Beispiel die Suche nach qualifiziertem Fachpersonal, was wiederum Auswirkungen auf die Qualität hat“, sagte Garg.

Garg für anteilig leistungsunabhängige Vergütung

Ein anderes Folgeproblem für die kleinen Kliniken: Die hohen Vorhaltekosten können nur auf wenige Fälle umgelegt werden, so dass der Betrieb der Abteilung defizitär wird. Garg tritt deshalb für eine leistungsunabhängige Vergütungskomponente zur Finanzierung der Vorhaltekosten ein. Sein Ziel: „Durch ein solches System der Basisfinanzierung wären auch die Geburtskliniken besser aufgestellt..“

Darüber hinaus müssen aus Sicht Gargs aber auch Qualitätsvorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) so umgesetzt werden können, dass die Versorgung in Flächenländern noch möglich bleibt. Garg will sich auch für transparente Betreuungsschlüssel durch Hebammen, regelmäßige Fortbildungen des medizinischen Personals, eine Verstetigung des im Norden erprobten neonatologischen Simulationstrainings und weitere Boarding-Angebote einsetzen.

Auch die Einrichtung weiterer hebammengeleiteter Kreißsäle als Alternative zur ärztlich begleiteten Geburt soll geprüft werden. Garg kündigte hierzu eine Abstimmung mit den Kliniken und dem Hebammenverband an. Einen solchen Kreißsaal gibt es laut Gesundheitsministerium bislang nur am Städtischen Krankenhaus Kiel. Der hebammengeleitete Kreißsaal am UKSH in Lübeck konnte pandemiebedingt bislang nicht in Betrieb genommen werden. (di)

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