Aktionsbündnis Patientensicherheit

Schneckentempo der Digitalisierung in der Kritik

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit beklagt das lahme Tempo bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Das gehe auch auf Kosten der Patienten.

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Der Vergleich mit dem Schneckentempo liegt nahe: Seit dem Start vor 14 Jahren sei das Projekt elektronische Gesundheitskarte trotz erheblicher Investitionen "weniger als mangelhaft" zu bewerten, kritisiert das Aktionsbündnis Patientensicherheit.

Der Vergleich mit dem Schneckentempo liegt nahe: Seit dem Start vor 14 Jahren sei das Projekt elektronische Gesundheitskarte trotz erheblicher Investitionen "weniger als mangelhaft" zu bewerten, kritisiert das Aktionsbündnis Patientensicherheit.

© Anna Omelchenko / stock.adobe.com

BERLIN. "Starken Handlungsbedarf" sieht das Aktionsbündnis Patientensicherheit bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Seit dem Start vor 14 Jahren sei das Projekt elektronische Gesundheitskarte trotz erheblicher Investitionen "weniger als mangelhaft" zu bewerten, so die Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Hedwig François-Kettner anlässlich der Jahrestagung ihrer Organisation am Donnerstag und Freitag in Berlin.

So weise die E-Card keinerlei medizinische Funktionalität auf. Besonders problematisch sei, dass zentrale Aspekte der Patientensicherheit, die über die Gesundheitskarte generiert werden könnten – Notfalldaten, aktuelle Medikation und Befunde – bislang nicht berücksichtigt worden seien. Das müsse sich dringend ändern.

Verbesserungsbedürftig sei die digitale Kommunikation im Gesundheitswesen. So habe das Aktionsbündnis 2014 postuliert, dass Patienten Eigner ihrer Daten sein müssten – und dies müsse am heimischen Computer realisierbar sein. Einen elektronischen Zugriff auf die bis heute bei Kassen und Leistungsbringern verstreut liegenden Daten gebe es nicht. Ein weiteres Element der Digitalisierung, das vom Aktionsbündnis begleitet wird, ist die elektronische Patientenakte, die grundsätzlich für sehr sinnvoll gehalten wird. Dieses Instrument könne die Patientensicherheit, vor allem auch in der Arzneimitteltherapie verbessern. Entscheidend sei, dass diese Akte den Patienten jederzeit an jedem Ort zur Verfügung gestellt werden kann.

Insgesamt schreite die Digitalisierung im Gesundheitswesen "viel zu langsam" voran. Notwendig sei mehr Tempo bei Politik, Kostenträgern und Leistungserbringern. Die Lockerung des Fernbehandlungsverbots für Ärzte – damit wird sich der Deutsche Ärztetag im Zuge der Novellierung der Musterberufsordnung beschäftigen – sei ein wichtiger Fortschritt. Dies gelte auch für die Absicht der Koalition, ein dauerhaftes Innovationsbudget auch für digitale Anwendungen und eine stärkere digitale Expertise in die Arbeit des Gemeinsamen Bundesausschusses zu schaffen.

Erarbeitet hat das Aktionsbündnis eine Checkliste für Patienten bei der Verwendung von Gesundheits-Apps sowie Empfehlungen für ambulante Gesundheitseinrichtungen. (HL)

Mehr Infos unter:

Checkliste für die Nutzung von Gesundheits-Apps: https://tinyurl.com/ybvx3yg5

Risikomanagement in der Patientenversorgung: https://tinyurl.com/y6w3kqmm

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