Im August

Siegeszug der Rabatt-Arzneien setzt sich fort

Im August stagnieren die Ausgaben für Arzneimittel und Impfstoffe fast. Dabei legen rabattgeregelte Medikamente beim Marktanteil weiter zu.

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN. Die Arzneimittelausgaben in der GKV sind im August im Vergleich zum Vorjahresmonat praktisch unverändert geblieben.

Vertragsärzte haben demnach für 2,44 Milliarden Euro Arzneimittel und Impfstoffe verordnet, das entspricht einem Rückgang um 0,3 Prozent im Vergleich zum August 2011, berichtet das Beratungsunternehmen IMS Health.

Lässt man die Impfausgaben (rund 60 Millionen Euro) außen vor, dann ergibt sich ein Anstieg der Ausgaben um 1,3 Prozent. Berücksichtigt sind in diesen Zahlen die Zwangsrabatte für Hersteller und Apotheker, nicht aber die Einsparungen aus Rabattverträgen.

Impfstoffe für 501 Millionen Euro verordnet

Im bisherigen Jahresverlauf ergeben sich für die GKV Ausgaben von 20,07 Milliarden Euro, ein Plus von 2,3 Prozent. Werden Impfausgaben ausgegliedert, beträgt der Ausgabenanstieg 2,6 Prozent.

Ähnlich verhalten hat sich im August die Menge der abgegebenen Packungen entwickelt. Inklusive der Impfstoffe ergibt sich mit 53,08 Millionen Packungen eine schwarze Null (minus 0,3 Prozent).

Im Jahresverlauf ergibt sich ein Mengenanstieg um 0,8 Prozent auf 453 Millionen Packungen im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum.

Stark rückläufig zeigt sich der Impfstoffmarkt, der gegenüber dem August 2011 ein Minus von 39 Prozent aufweist. Lediglich bei HPV-Vakzinen und FSME-Impfstoffen haben sich Zuwächse ergeben.

In den ersten acht Monate des Jahres haben Vertragsärzte für 501 Millionen Euro Impfstoffe verordnet - ein Minus 7,9 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum.

Umsatzanteil rabattgeregelter Medikamente nahm zu

Bewegung zeigt sich dagegen im Markt für rabattgeregelte Arzneimittel. Noch im vergangenen Jahr sah es so aus, als sei das Marktpotenzial der Verträge weitgehend ausgereizt.

Zuletzt betrug der Anteil rabattgeregelter Arzneimittel im patentfreien Markt 60 Prozent. Zwischen Januar bis August dieses Jahres ist der Anteil um drei Prozenpunkte auf 63 Prozent gestiegen.

Eine Ursache dafür ist der Verordnungstrend zu großen N3-Packungen. Neue Regelungen für Packungsgrößen gestatten es, ein verordnetes Produkt auch dann auszutauschen, wenn der Packungsinhalt (zum Beispiel 100 Kapseln) nicht identisch ist.

Auch der Umsatzanteil rabattgeregelter Medikamente (ermittelt nach Listenpreisen) hat von 37 Prozent (2011) auf 43 Prozent (Januar bis August 2012) zugenommen.

Nur geringe Veränderungen ergeben sich bei der Höhe der Zwangsrabatt, die sich bisher auf 2,8 Milliarden Euro addieren.

Das Gros entfällt auf die Hersteller mit 1,649 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 1,668 Milliarden Euro). Der Abschlag für Apotheker ist mit 832 Millionen Euro um 1,2 Prozent gestiegen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Substitution differenziert betrachten

Testosteron als kardiometabolisches Therapie-Konzept: Wann es wirklich hilft

Lesetipps
ein medizinisches Kreuz zwischen zwei Händen

© Vital Stock / Generated with AI / Stock.adobe.com (KI-generiert)

Tipps zur Übergabe

Verkauf geplant? So steigern Sie den Wert Ihrer Praxis

Blick in ein Blutgfäß. Es schwimmen mehrere Moleküle umher.

© Sebastian Kaulitzki / Stock.adobe.com

Kardiovaskuläres Risiko

Wann die Lipoprotein(a)-Messung wirklich sinnvoll ist