Direkt zum Inhaltsbereich

Erfolgreiche Impfkommunikation

So können Bürger zur Corona-Impfung animiert werden

Aufklärung und Information sind die zentralen Elemente, um Bürgern die informierte Einwilligung in eine Impfung zu ermöglichen. Hierbei ist der Verweis auf das Gemeinwohl ratsam, betonen Fachleute.

Veröffentlicht:
Wer sich gegen Corona impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern unterstützt auch das Gemeinwohl – das sollte laut Experten in der Impfkommunikation hervorgehoben werden.

Wer sich gegen Corona impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern unterstützt auch das Gemeinwohl – das sollte laut Experten in der Impfkommunikation hervorgehoben werden.

© Rido / stock.adobe.com

Berlin. Im Kampf gegen Corona hofft die Politik auf die baldige Zulassung eines Impfstoffs – und darauf, dass sich viele Bundesbürger impfen lassen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat betont, die Impfungen seien freiwillig.

Fakt ist auch: Damit Herdenimmunität einsetzt, müssen 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Doch wie gelingt es, dass sich derart viele Menschen impfen lassen? Fachleute setzen vor allem auf Aufklärung und Information.

„Für eine erfolgreiche Impfkommunikation sollte betont werden, dass die Impfstoffe alle klinischen Prüfungen durchlaufen haben mit Tausenden von Probanden und dass die Zulassungsbehörden auch bei der pharmazeutischen Qualität keine Abstriche machen“, sagt Professor Alexander Krämer, Seniorprofessor an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld.

„Wenn wir in gut gemachten Studien sehen, dass Impfungen sicher und wirksam sind, muss das die Kernbotschaft der Kommunikation sein“, betont auch Julia Neufeind, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Impfprävention beim Robert Koch-Institut. Ärzte spielten dabei eine wichtige Rolle, so Neufeind. Aber auch das private Umfeld sei für die Meinungsbildung wichtig.

Vermittlung von Hintergrundinformationen wichtig

Senja Post, Professorin im Arbeitsbereich Wissenschaftskommunikation in den Lebenswissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen, weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass viele Menschen Nachrichten in der Corona-Krise „intensiv und emotional“ nutzten. In dieser Gemengelage könne es zu „heftigen Reaktionen“ kommen – vor allem dann, wenn im Zuge der Immunisierungen ein „spektakuläres Ereignis wie eine schwere Krankheit eintritt“.

Damit die Menschen bei solchen Ereignissen nicht falschen Erklärungen aufsitzen, sollten Medien und öffentliche Akteure im Vorhinein nicht nur über die Chancen der Impfung berichten, so Post. „Sie sollten auch vorsorglich Hintergrundinformationen vermitteln, die zu einer sachlich angemessenen Interpretation solcher Ereignisse notwendig sind.“

„Prosozialen Aspekt“ unterstreichen

Um eine hohe Impfbereitschaft zu erzielen, sei es wichtig, den „prosozialen Aspekt“ von Impfungen zu unterstreichen – „also zu betonen, dass ich nicht nur mich selbst schütze, sondern auch das Gemeinwohl unterstütze“, sagt Florian Zimmermann, Professor für Ökonomie an der Bonn Graduate School of Economics.

Geimpfte mit der Aussicht auf bevorzugte Behandlung in der Pandemie zu locken, hält Dr. Ralf Krumkamp, Mitarbeiter der Abteilung Infektionsepidemiologie am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, innerhalb Deutschlands für problematisch.

Das stelle sich anders dar, wenn man etwa in andere Länder einreisen wolle. Es sei gut möglich, dass das nur mit einem bestehenden Impfschutz möglich sei, „was motivieren könnte“. (hom)

Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen

Weniger Spätkomplikationen

Frühe HbA1c-Kontrolle zahlt sich aus

Lesetipps
Eine Frau sitzt am Tisch und misst ihren Blutzucker am linken Zeigefinger.

© Felippe Lopes / Generated with AI / Stock.adobe.com

Potenzielle Über- und Untertherapie

Medikation des Typ-2-Diabetes wird im Alter zu selten angepasst