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COVID-19

Spahn: Corona-Impfung ist „patriotischer Akt“

Die Bundesbürger sind impfmüde – die Folge: Die Zahl täglich verabreichter Dosen geht zurück. Der Bundesgesundheitsminister setzt deshalb einen Appell ab – und erntet scharfe Kritik für seinen Impfkurs.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:
Gesundheitsminister Jens Spahn mit dem digitalen Impfnachweis (Archivbild): Wer sich gegen Corona impfen lasse, schütze auch die Gesellschaft, so der Minister via Twitter.

Gesundheitsminister Jens Spahn mit dem digitalen Impfnachweis (Archivbild): Wer sich gegen Corona impfen lasse, schütze auch die Gesellschaft, so der Minister via Twitter.

© Michael Kappeler / dpa

Berlin. Angesichts der sinkenden Zahl verabreichter Impfspritzen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) einen eindringlichen Appell abgesetzt. Impfen sei „ein patriotischer Akt“, erklärte der CDU-Politiker am Donnerstag via Kurznachrichtendienst „Twitter“. Wer sich gegen Corona impfen lasse, schütze nicht nur sich selbst, sondern „uns als Gesellschaft“.

Laut Spahn sind mittlerweile 51,6 Millionen beziehungsweise 62,1 Prozent der Bundesbürger mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. 44,6 Millionen und damit knapp 54 Prozent der Bundesbürger hätten den vollen Impfschutz erhalten, teilte Spahn mit.

Gleichwohl stockt die Impfkampagne seit geraumer Zeit. Wurden Anfang Juni noch rund 1,4 Millionen Dosen am Tag verimpft, waren es zuletzt teils weit weniger als 500 .000.

35 Millionen Dosen in Praxen verimpft

In einem Bericht an die Abgeordneten des Bundestags hatte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) zuletzt erklärt, es sei wichtig, jetzt jene Bürger mit einem Impfangebot zu erreichen, die sich noch nicht für eine Impfung entschieden hätten. Dafür seien vor allem „niedrigschwellige Angebote vor Ort besonders wichtig“.

Niedergelassenen Ärzten bescheinigt der Bericht, sie leisteten – wie Betriebs- und Privatärzte auch – einen wichtigen Beitrag zur Impfkampagne. Seit April 2021 hätten sich daran wochenweise gut 75 .000 Ärzte beteiligt. Mittlerweile seien 35 Millionen Dosen in Praxen verimpft worden.

Leise Kritik übt das Ministerium an den Betriebsärzten. Es sei wichtig, dass die von den Werksärzten verimpften Dosen vollständig an das Digitale Impfquoten-Monitoring des Robert Koch-Instituts gemeldet würden. Das sei bisher noch nicht hinreichend der Fall.

Konkret seien seit Anfang Juni 4,3 Millionen Impfdosen an die Betriebsärzte geliefert worden, aber nur 1,4 Millionen als verimpft in das System zurückgemeldet worden. Die Differenz würde einem zusätzlichen Beitrag zur Impfquote „von mindestens einem, eher zwei Prozent der Bevölkerung entsprechen“, schreibt das Ministerium. Um die Meldung der Impfungen zeitnah sicherzustellen, stehe der Bund bereits in Gesprächen mit den Verbänden der Betriebsärzte.

Linke spricht von Impfdebakel

Scharfe Kritik an der Corona-Politik Spahns übte unterdessen die Linke. „Spahns Impfdebakel setzt sich fort“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion Susanne Ferschl am Donnerstag.

Die neuesten Ideen des Gesundheitsministers zur Impfkampagne drohten die Bevölkerung weiter zu spalten. „Kaum steht genügend Impfstoff zur Verfügung, werden Druck ausgeübt und Konsequenzen angedroht“, spielte Ferschl auf jüngste Vorschläge des Gesundheitsministeriums an, Ungeimpfte ab bestimmten Inzidenz- und Hospitalisierungswerten von der Gastronomie oder Kulturveranstaltungen auszuschließen.

Auch bei mehreren SPD-Landesregierungschefs stießen die Vorschläge des Bundesgesundheitsministeriums auf Ablehnung. Aus FDP-Kreisen wurde ebenfalls Kritik laut. Die Pläne kämen einer „Impfpflicht durch die Hintertür“ gleich.

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