Ärztemangel

Spahn hätte abgewanderte Ärzte „gerne zurück“

Die Abwerbung von Ärzten und Pflegekräften innerhalb der EU muss neu geregelt werden, findet Bundesgesundheitsminister Spahn.

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1965 Ärzte sind laut Bundesärztekammer im Jahr 2017 aus Deutschland abgewandert. Der Großteil ins europäische Ausland.

1965 Ärzte sind laut Bundesärztekammer im Jahr 2017 aus Deutschland abgewandert. Der Großteil ins europäische Ausland.

© babimu / stock.adobe.com

BERLIN. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Abwanderung deutscher Ärzte und Pfleger in die Schweiz und andere Länder mithilfe neuer EU-Regeln eindämmen.

Klar sei, „dass diese Fachleute in Deutschland fehlen“, sagte er der Schweizer Zeitung „SonntagsBlick“ am Wochenende. „Bei uns arbeiten dann polnische Ärzte, die wiederum in Polen fehlen.“ Das könne so nicht richtig sein.

„Deshalb sollten wir darüber nachdenken, ob wir die Abwerbung von Fachleuten aus bestimmten Berufsgruppen innerhalb der EU nicht neu regeln müssen. Und das, ohne die Freizügigkeit in Europa grundsätzlich infrage zu stellen.“

Entsprechende Abkommen gebe es bereits in der Weltgesundheitsorganisation, sagte der CDU-Politiker. Das könnte Vorbild sein. Auf jeden Fall hätte er die in die Schweiz abgewanderten deutschen Ärzte und Pfleger „gerne zurück“. Auch wenn er sie verstehe: „Die Schweiz ist ein schönes Land.“

Beliebtes Auswanderungsland

Die Schweiz ist für deutsche Mediziner seit Jahren das mit Abstand beliebteste Auswandererland. Im Jahr 2017 gingen laut Bundesärztekammer 1965 ursprünglich in Deutschland tätige Ärzte ins Ausland, wobei der Anteil der deutschen Ärzte 59,3 Prozent betrug (siehe nachfolgende Grafik).

Die beliebtesten Auswanderungsländer waren – wie in den Jahren zuvor – die Schweiz (641), Österreich (268) und die USA (84).

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Der Schweizer Ärzteverband FMH meldete Anfang 2017, dass 17,7 Prozent der in dem Land arbeitenden Ärzte einen deutschen Pass hätten, das seien mehr als 6000 Personen, wie die „NZZ“ damals berichtete. Ohne deutsche Ärzte wäre die medizinische Versorgung in der Schweiz mittlerweile gefährdet. (dpa/ths)

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