Quarantäne und Impfstoff

Spahn macht sich für zehn Tage Corona-Quarantäne stark

Spahn will mit den Ländern über ein Absenken der Quarantänepflicht auf zehn Tage verhandeln. Die EU kauft Impfstoffe en bloc.

Veröffentlicht: 04.09.2020, 16:57 Uhr
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), äußert sich bei einer Pressekonferenz nach der Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister..

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), äußert sich bei einer Pressekonferenz nach der Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister..

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich in der Frage der Quarantänedauer positioniert. „Ich kann mir zehn Tage vorstellen“, sagte Spahn im Anschluss an eine Schaltkonferenz mit den EU-Gesundheitsministern und Vertretern der Europäischen Kommission im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands. Derzeit lautet die Auflage für Deutschland 14 Tage.

Spahn verwies auf Erkenntnisse des Robert Koch-Instituts, nach denen von 100 mit dem SARS-CoV-2 infizierten Menschen nach 14 Tagen noch zwei infektiös seien, nach zehn Tagen noch vier. Für tatsächlich infizierte Menschen gilt heute schon eine RKI-Empfehlung von zehn Tagen Isolierung. Er wolle darüber in eine Debatte mit den Ländern einsteigen.

Anfang Oktober solle ein neues Rahmenwerk für die Teststrategie und die Quarantäneregeln vorliegen, kündigte Spahn an. Zuvor hatte es bereits eine öffentlich geführte Diskussion über Quarantäne und Isolierung gegeben.

Impfstoffe für die ganze EU

Mit seinen EU-Kollegen habe er zudem über die Verteilung von Impfstoffen gesprochen, sobald sie denn vorliegen. In der EU herrsche die Meinung vor, dass die Menschen in allen 27 Ländern gleichermaßen Zugang zu Impfstoffen haben sollten. Für kleinere Staaten könne es schwer werden, Verträge zu schließen, die ihnen vom Start weg Zugang zu Impfstoffen garantierten, sagte Spahn. Es werde daher nicht jeder für sich einkaufen, sondern die Europäische Kommission.

Eine Mehrheit der Gesundheitsminister habe sich zudem für eine Aufstockung des Impfstoffbudgets um 750 Millionen Euro ausgesprochen, über die bereits in den EU-Haushalt eingestellten 2,15 Milliarden Euro hinaus.

Die EU gehe in die Vorfinanzierung von Produktion und Entwicklung und garantiere Preise, sagte Spahn. Man habe vereinbart, mit sieben weiteren Herstellern Verträge abzuschließen, die bereits in den kommenden Tagen unterschriftsreif sein sollen. Dabei kämen verschiedene Impfstoff-Technologien zum Zuge. Einen Vertrag mit dem britischen Hersteller Astra Zeneca gibt es bereits. (af)

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