COVID-19

Spanien führt Register mit Corona-Impfverweigerern ein

Die spanische Regierung will in einem nicht öffentlichen Register Erkenntnisse darüber sammeln, warum jemand nicht geimpft ist.

Von Manuel Meyer Veröffentlicht:
Will in Spanien ein Register für Impfverweigerer einführen: Gesundheitsminister Salvador Illa. (Archivbild)

Will in Spanien ein Register für Impfverweigerer einführen: Gesundheitsminister Salvador Illa. (Archivbild)

© Borja Puig de la Bellacasa / Xinhua News Agency / picture alliance

Madrid. Obwohl auch in Spanien die Corona-Schutzimpfungen freiwillig sind, wird Madrid ein Register für Impfverweigerer einführen. Das Register sei nicht öffentlich zugänglich und respektiere die EU-Datenschutzgesetze, werde allerdings an andere europäische Länder weitergegeben, erklärte Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa.

Mit diesem Register, heißt es aus dem Gesundheitsministerium, sollen Informationen gesammelt werden, um festzustellen, ob die Tatsache, dass eine Person nicht geimpft wurde, auf eine persönliche Entscheidung oder einen Systemausfall zurückzuführen ist oder die besagte Person eventuell nicht zu einem Impftermin eingeladen wurde.

Impfverweigerer sind misstrauisch

„Mit einem solchen Register könnten wir uns auch einen hilfreichen Überblick darüber schaffen, welche Menschen die Impfung verweigern oder nicht erreicht wurden. Das gibt uns die Chance, unsere Informations- und Kontaktkampagnen zu verbessern“, erklärt Amós García Rojas, Vorsitzender der spanischen Impfvereinigung, auf Nachfrage der „Ärzte Zeitung“.

Impfverweigerer misstrauen jedoch einem solchen Register. Die Regierung betont zwar stets, dass es keine Impfpflicht gäbe. Doch sollten sich zu viele Menschen weigern oder abwarten, um zu sehen, ob die in Rekordzeit entwickelten COVID-19 Vakzine tatsächlich wirksam und vor allem sicher sind, könne sich das ändern.

„Wenn die öffentliche Gesundheit der Bevölkerung gefährdet ist, haben wir die rechtlichen Möglichkeiten zum Impfzwang“, stellte auch der Seuchenschutzbeauftragte der spanischen Regierung Fernando Simón vor einigen Wochen bereits klar.

Zahl der Skeptiker sinkt deutlich

Doch soweit dürfte es wohl nicht kommen, meint Amós García Rojas vom spanischen Impfverband: „Generell ist Spanien ein impffreundliches Land. Und diejenigen, die noch skeptisch sind, werden ihre Meinung ändern, wenn sie sehen, dass die Impfstoffe sicher sind.“

Tatsächlich ist die Zahl der Impfverweigerer und Skeptiker von November auf Dezember von 47 auf 28 Prozent geschrumpft. Gleichzeitig, so eine jüngste Umfrage des staatlichen Meinungsforschungsinstituts, sei die Bereitschaft für eine sofortige COVID-Impfung von 37 auf 40 Prozent gestiegen.

Impfungen laufen an

Nach Lieferverzögerungen wegen eines logistischen Problems können nun auch in Spanien die Corona-Schutzimpfungen massiv starten. Am Dienstag trafen die ersten 350.000 Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer ein. Bis Ende Februar sollen zunächst 2,5 Millionen Spanier geimpft sein.

In dieser ersten Gruppe befinden sich Seniorenheimbewohner, ihre Pfleger und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal. Bis Juli hofft man dann bis zu 60 Prozent der insgesamt 47 Millionen Spanier gegen das Coronavirus impfen zu können.

Mit 50.000 Todesopfern und 1,8 Millionen Infizierten gehört Spanien zu den am schlimmsten von der Pandemie heimgesuchten Ländern Europas. Derzeit beträgt der sogenannte 14-Tage-Inzidenzwert in Spanien 249 Fälle pro 100.000 Einwohner.

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