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Kommentar zum Impfverweigerer-Register

Spaniens polemische Impfkontrolle

Spanier gelten eigentlich als impffreudig. Doch unsensible Kommunikation der Regierung gibt Impfskeptikern Auftrieb.

Manuel MeyerVon Manuel Meyer Veröffentlicht:

In Europa haben vor wenigen Tagen die Corona-Impfungen begonnen. Seit Monaten fiebert die große Mehrheit der Weltbevölkerung dem COVID-Impfstoff entgegen. Doch es gibt auch viele Menschen, die Angst haben – gerade vor Impfstoffen, die in Rekordzeit entwickelt wurden. Sind sie wirklich sicher? Wie lange hält der Schutz überhaupt?

Auch wenn die Antworten der Medizin auf die Zweifel ziemlich klar und beruhigend sind, sollte die Politik nun sehr sensibel vorgehen. Impfschutz und vor allem die Impfpflicht waren schon immer ein kontroverses Thema für viele Menschen. Das zeigt heute in Deutschland die Debatte, ob bereits Geimpfte Privilegien erhalten dürfen, um schneller zu einem normalen Leben zurückzukehren.

Die meisten Regierungen sind sich dessen bewusst und so herrscht in keinem EU-Staat eine Corona-Impfpflicht, die laut Experten zudem die Skepsis vieler Menschen gegen die Impfung noch steigern könnte. Auch in Spanien sind Corona-Schutzimpfungen freiwillig. Das die Madrider Regierung nun allerdings ein Register für Impfverweigerer ankündigte, überrascht viele.

Vor allem die Art und Weise: In einem Fernsehinterview erklärte Gesundheitsminister Salvador Illa am Montag oberflächlich, Personen, die sich nicht gegen das Virus impfen lassen wollen, würden registriert. Zwar erwähnte er, dass diese Daten nicht öffentlich zugänglich wären und strikt die EU-Datenschutzregeln erfüllen werden. Doch würden sie an „europäische Partner“ weitergegeben.

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Europäische Partner? Was bedeutet das? EU-Regierungen, Gesundheitsministerien anderer Länder, Brüssel, Klinikverbände, Statistikbehörden? Sehr schwammig und wenig vertrauensfördernd hört sich das an. Der Aufschrei in den spanischen Medien ließ nicht auf sich warten.

Noch am Dienstagabend sah sich das Gesundheitsministerium gezwungen, die Worte des Ministers zu konkretisieren: Mit diesem Register wolle man lediglich Informationen sammeln, um festzustellen, ob eine Person auf eine persönliche Entscheidung nicht geimpft wurde oder ob es zu einem Systemfehler bei der Einladung oder der Registrierung gekommen ist.

Ob solch eine Antwort Impfskeptiker und Gegner wirklich überzeugt? Zumal sie erklärend nachgeliefert werden musste! Man kann es nur hoffen, denn Impfskeptiker sind auch in Spanien hellhörig, seit selbst Fernando Simón, Seuchenschutzbeauftragter der spanischen Regierung, mehrmals bestätigte, dass Spanien eine rechtliche Basis zum Impfzwang hat, sollte die weitere Ausbreitung der Pandemie die öffentliche Gesundheit gefährden. Politiker sollten derzeit bewusster denn je auf ihre Worte achten und Impfschutzregeln definitiv besser erklären.

Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com

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