Pflegerat fordert

Stärkere Rolle für Pflege in der Selbstverwaltung

Pflegerische Expertise komme bei wichtigen gesundheitspolitischen Entscheidungen noch immer zu kurz, kritisiert der Deutsche Pflegerat. Die Corona-Krise sei ein Beleg dafür.

Veröffentlicht: 01.07.2020, 13:05 Uhr

Berlin. Eine stärkere Rolle der Pflege in den Selbstverwaltungsorganen des Gesundheitswesens hat der Deutsche Pflegerat (DPR) gefordert.

„Die Einsicht, wie wichtig die Selbstverwaltung der Profession Pflege und ihr Einbezug in die sie betreffende Entscheidungsfindung ist, wäre europaweit eine gute und nachhaltige Lehre aus der Corona-Krise“, sagte DPR-Vizepräsidentin Irene Maier anlässlich der an diesem Mittwoch beginnenden EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands.

Pflege bei Krisen mehr einbeziehen

Zu den Themen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gehörten aus Sicht des Pflegerats außer der Sicherung einer europaweiten Pflegeinfrastruktur auch die Bereitstellung von Schutzausrüstung sowie eine bessere Abstimmung in der Aus- und Fortbildung, betonte Maier.

Europa müsse sich bei diesen Herausforderungen als „Einheit“ präsentieren. „In der Bewältigung der ersten Welle der Corona-Pandemie war Europa dies aber nicht“, sagte die frühere Pflegedirektorin am Universitätsklinikum Essen.

Die vergangenen Monate hätten erneut gezeigt, dass Pflege in viele Entscheidungen und Krisenstäbe nicht eingebunden worden sei, sagte Maier. Die Konsequenz daraus habe zu lauten: „Das Gesundheitswesen braucht europaweit sicherere und schnellere Kommunikationswege zwischen den Behörden, den Einrichtungen sowie der Profession Pflege.“

EU-Ratsvorsitz bis Ende des Jahres

Deutschland hat den EU-Ratsvorsitz bis Ende des Jahres inne. Ein Schwerpunkt ist die Bewältigung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der COVID-19-Pandemie. Zu diesem Zweck will die Bundesregierung auch den europaweiten Zugang und Austausch gesundheitsbezogener Daten verbessern. Auch Krebserkrankungen sollen so besser erforscht und bekämpft werden können.

Es gelte, „Weichen für einen transparenten und rechtssicheren europäischen Gesundheitsdatenraum“ zu stellen, heißt es in dem am Dienstagabend veröffentlichten Programm zur EU-Ratspräsidentschaft. Dazu soll laut Bundesregierung ein „Code of Conduct“ zur datenschutzkonformen Nutzung von Gesundheitsdaten angestoßen werden. (hom)

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