Kommentar

Stimmt das Kritikmaß noch?

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

Die Resolution des Hausärzteverbandes Mecklenburg-Vorpommern pro Philipp Rösler ist bemerkenswert, weil Ärzteverbände Gesundheitspolitikern in verantwortlicher Position selten ein gutes Zeugnis ausstellen.

Dass sich aber ein Landesverband genötigt sieht, den Minister vor der Kritik des eigenen Bundesverbandes in Schutz zu nehmen, sollte den Verbandsspitzen zu denken geben. Sicher: Das kleine Mecklenburg-Vorpommern spielt im Konzert der Landesverbände eine bescheidene Rolle. Und waren die Ärzte an der Küste nicht ohnehin schon oft auf Konfrontationskurs zum Bundesverband? Beides stimmt, sollte aber nicht dazu verleiten, die Kritik abzutun.

Viele Ärzte haben das Gefühl, dass trotz der bitteren Pillen für den Verband bei der hausarztzentrierten Versorgung politische Weichen gestellt werden, die ihren Alltag wieder erleichtern könnten - ein Gefühl, das sie unter Röslers Vorgängern vermisst haben.

Rösler genießt bei vielen Ärzten offenbar immer noch einen Vertrauensvorschuss. Im Bundesverband sollte man genau prüfen, ob man mit der zuletzt sehr harschen Kritik noch die Mehrheit der Mitglieder vertritt.

Lesen Sie dazu auch: Hausärzteverband im Nordosten hält Politik der Bundesspitze für "beschämend"

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