Kommentar – Antibiotika-Resistenzen

Strategie gegen Keime

Von Wolfgang van den Bergh Veröffentlicht: 12.11.2018, 13:04 Uhr

Die Zahl ist dramatisch hoch: 33 000 Menschen sterben pro Jahr in EU-Staaten und im Europäischen Wirtschaftsraum an Infektionen mit multiresistenten Keimen. Das Fachmagazin „Lancet“ (Inf Dis 2018; online 5.11.) bezieht sich dabei auf einen Bericht der Europäischen Seuchenbehörde.

Wenn nun die Weltgesundheitsorganisation in dieser Woche zur großen Infokampagne über Antibiotika-Resistenzen aufruft, dann drängt die Zeit. Und dennoch gibt es keinen Grund, das Land in Alarmstimmung zu versetzen. Richtig ist allerdings: Das Problem ist jahrelang kleingeredet und unterschätzt worden. Aber heute gibt es die Sensibilität, sich damit auf vielfältige Weise zu beschäftigen: etwa in der Forschung oder beim Einsatz neuer technischer Möglichkeiten in der Diagnostik oder beim verantwortungsvollen Umgang bei der Verordnung von Antibiotika.

Beispiel Forschung: Der vfa meldet, dass einige „resistenzbrechende Antibiotika“ in der Zulassung sind. Das ist gut, dennoch räumen die Hersteller ein, dass nicht jede therapeutische Lücke geschlossen werden könne. Und darüber muss informiert werden. Vorbildhaft ist das Projekt der KV Bayerns mit der AOK Bund, Bayern und Rheinland-Hamburg, der Agentur Deutscher Ärztenetze und dem aQua-Institut.

Lesen Sie dazu auch: Weltantibiotikawoche: Gemeinsam gegen Antibiotika-Resistenzen

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