Kommentar

Streik nicht ausgeschlossen

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

Einer florierenden Wirtschaft und satten Kassenüberschüssen zum Trotz müssen Hamburgs Ärzte feststellen, dass für sie in 2012 die restriktiven Bedingungen des GKV-Finanzierungsgesetzes gelten.

Und das heißt: Honorarzuwachs nicht über 1,25 Prozent, keine Zuschläge, kaum Ausdeckelungen. Weil zugleich die Kosten steigen, bleibt unter dem Strich kein Wachstum, sondern für manche Praxen gibt es sogar Verluste.

Ohne die engen Grenzen des Gesetzgebers könnte die KV das Schiedsamt einschalten. Die Vorgaben sind aber eindeutig, ein Scheitern wäre absehbar. Deshalb ist der Weg, ein aus Sicht der Ärzte unzumutbares Angebot in diesem Jahr noch anzunehmen, ohne Alternative.

Dass die Kassen den Ärzten in diesem Jahr keinen Honorarspielraum lassen, könnte sich rächen. Denn in Hamburg hat sich in den vergangenen Jahren Frust angestaut, zu dem auch zentrale Honorarregelungen beigetragen haben.

Die Summe von 50 Millionen Euro an fehlendem Honorar hat sich in den Köpfen festgesetzt. Wenn der Deckel 2013 fällt, wird die KV einen immensen Nachholbedarf ihrer Mitglieder stillen müssen.

Verständnis für die Argumente der Kassen wird dann nicht mehr vorhanden sein - ein Streik der Vertragsärzte könnte die Folge sein.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Honorarangebot bringt Hamburgs Ärzte auf die Palme

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