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Spätaussiedler

Studie zur Krebsmortalität gestartet

Krebs im Fokus: Spätaussiedlerinnen aus der ehemaligen Sowjetunion weisen deutlich niedrigere Sterberaten im Vergleich zu anderen Frauen in Deutschland auf. Warum? Eine Studie soll helfen, Hintergründe besser zu verstehen.

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HEIDELBERG/HAMBURG. Welche Unterschiede bei Krebs-Neuerkrankungen und Überlebensraten zwischen Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion und der gesamtdeutschen Bevölkerung bestehen, wollen Forscher herausfinden.

Die Wissenschaftler der Institute für Public Health an den Universitätskliniken Heidelberg und Hamburg interessieren sich auch für die Frage, inwieweit sich die Verteilungsmuster bei den Krebsentitäten inzwischen angepasst haben. Finanziell unterstützt werden sie von der Deutschen Krebshilfe.

Niedrigere Raten bei Darmkrebs

Seit 1990 sind etwa 2,1 Millionen (Spät)-Aussiedler aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland eingereist. In einer früheren Studie hatte ein Forscherteam um den Epidemiologen Professor Heiko Becher von der Uniklinik Heidelberg die Krebsmortalitätsraten der Aussiedler bis zum Jahre 2002 erfasst und untersucht.

Es kam heraus, dass die Raten bei Männern im Vergleich zur deutschen Bevölkerung insgesamt ähnlich waren, Frauen aus der ehemaligen Sowjetunion jedoch deutlich niedrigere Sterberaten aufwiesen. Dies führten die Forscher auf die geringere Inzidenz für Brust-und Lungenkrebs bei den Spätaussiedlerinnen zurück.

Bei den Männern zeigten sich deutliche Unterschiede bezüglich der Krebslokalisation. Aussiedler hatten ein deutlich höheres Risiko an Lungenkrebs zu sterben, auch beim Magen- und Leberkrebs war ihr Sterberisiko höher. Niedrigere Raten zeigten sich beim Prostatakarzinom und Darmkrebs.

In ihrer neuen Studie wollen die Forscher nun "die Hintergründe für diese Unterschiede besser verstehen und so langfristig helfen, die Gesundheitssituation dieser Bevölkerungsgruppe zu verbessern", wie Studienleiter Dr. Volker Winkler vom Institut für Public Health am Universitätsklinikum Heidelberg erklärt hat. Die Wissenschaftler werten hierfür Daten des Krebsregisters NRW.

Neuerkrankungen ab 1990 erfasst

Anhand der Datensätze des Regierungsbezirks Münster werden die Krebsneuerkrankungen von 1990 bis 2012 erfasst und das Überleben mittels der Einwohnermelderegister ermittelt. Nun wollen die Forscher herausfinden, ob sich die Verteilung der Krebserkrankungen bei den Aussiedlern im Laufe der Jahre an die der deutschen Bevölkerung angepasst hat.

Außerdem erhoffen sie sich Rückschlüsse auf mögliche Ursachen für Abweichungen und Hinweise für Präventionsstrategien zu bekommen, sagte Professor Becher, der jetzt am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf, arbeitet und die ersten epidemiologischen Untersuchungen bei Aussiedlern vor über zehn Jahren initiierte und als Kooperationspartner in dieser Studie mit den Heidelberger Forschern zusammenarbeitet.

Nicht zuletzt könnten Unterschiede bei Krebserkrankungen in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen wichtige Hinweise für die tägliche Arbeit der Ärzte sein. (bd)

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