Berufspolitik

TK: Keine Versichertengelder verschleudert

KÖLN (iss). Die Techniker Krankenkasse wehrt sich gegen Vorwürfe, sie würde bei den "Atriomed"-Zentren Gelder ihrer Versicherten verschleudern.

Veröffentlicht: 15.04.2010, 14:35 Uhr

"Wir haben mit Atriomed lupenreine Verträge zur integrierten Versorgung abgeschlossen", sagte TK-Sprecherin Dorothee Meusch. Das gelte für jedes einzelne Medizinische Versorgungszentrum an den unterschiedlichen Standorten.

Das ZDF-Fernsehmagazin "Frontal 21" hatte in der Sendung vom 6. April 2010 schwere Vorwürfe gegen die Atriomed-Betreibergesellschaft HCM und ihren Mehrheitsbesitzer Andreas Heyer wegen dubioser Geschäftspraktiken erhoben. Auch die Qualität der medizinischen Versorgung wird von den Autoren zumindest bei einem MVZ in Frage gestellt.

Der Beitrag suggeriert, dass die Kasse den fragwürdigen Geschäftspartner nicht ausreichend geprüft habe und zudem hohe Zahlungen für Komfortleistungen wie verkürzte Wartezeiten und Getränke im Wartezimmer leiste. "Es stimmt nicht, dass wir 50 Millionen Euro für Cappuccino und Bananen bezahlen", sagt Meusch.

Im IV-Vertrag mit Atriomed seien Mehrleistungen wie die Koordination der Versorgung oder die Vereinbarung und Etablierung von Behandlungspfaden und Konsil-Termine vereinbart worden. Die Liste dieser Leistungen sei dem Team von "Frontal 21" bekannt gewesen, habe aber keinen Eingang in den Beitrag gefunden, kritisiert sie. "Der Beitrag ist schlampig recherchiert, deshalb gehen wir juristisch gegen das ZDF vor."

Aufgrund des Berichts von "Frontal 21" hat das Bundesversicherungsamt (BVA) die Techniker Krankenkasse um Stellungnahme zu den dort erhobenen Vorwürfen gebeten. "Wir wollen wissen, um was für Verträge es sich exakt handelt und welche Zahlungen dort geleistet werden", sagt Sprecher Tobias Schmidt. Die zuständige Fachabteilung sei zurzeit mit der Ermittlung des Sachverhalts beschäftigt. Wann mit einem Ergebnis zu rechnen sei, lasse sich jetzt noch nicht sagen, so Schmidt.

Die Anforderung einer Stellungnahme durch das BVA sei ein ganz normaler Vorgang, betont Meusch.

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