Berufspolitik

Thüringen lockt junge Hausärzte mit Stipendien aufs Land

Acht Nachwuchsmediziner verpflichten sich zur Niederlassung in Thüringen. Kritiker fürchten jedoch Mitnahmeeffekte.

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WEIMAR (rbü). Die Thüringer Stiftung zur Förderung der ambulanten Versorgung hat acht weitere Nachwuchshausärzte per Stipendium zur Niederlassung im Freistaat verpflichten können. Mit monatlich 250 Euro bezuschusst die Stiftung junge Mediziner in der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Nach Ende der Ausbildung müssen sie sich als Gegenleistung in Thüringen niederlassen.

Die Stiftung ist eine gemeinsame Einrichtung der KV Thüringen und des Gesundheitsministeriums gegen den drohenden Ärztemangel im Freistaat. Aktuell fehlen allein über 100 Hausärzte in der ambulanten Versorgung. Das Thüringen-Stipendium ist eine der jüngsten Gegenmaßnahmen. Im April ist die erste Stipendiatin aufgenommen worden, insgesamt sind es damit neun. Zuletzt kritisierte vor allem die oppositionelle FDP die Gefahr von Mitnahmeeffekten. Auch hausärztlicher Nachwuchs, der ohnehin die Praxis der Eltern in Thüringen übernehmen will, kann sich für das Stipendium bewerben. Dadurch werde kein zusätzlicher Mediziner für Thüringen gewonnen, so der Einwand der Liberalen, die stattdessen jüngst die Verbeamtung von Hausärzten auf Zeit vorschlagen haben.

Der Geschäftsführer der Stiftung, Jörg Mertz, erklärt: "Ziel ist es, wirklich alle Ärzte in Thüringen zu halten." Weitere Bewerbungen seien möglich. Darüber hinaus ist laut Mertz noch in diesem Jahr die Eröffnung der mittlerweile vierten ambulanten Eigeneinrichtung geplant. Mit der Anstellung von Ärzten soll die Ansiedlung in unterversorgten Gebieten attraktiver gestaltet werden. Es werde derzeit nach Interessenten gesucht. Die ersten derartigen Praxen wurden in Ohrdruf und Gotha gestartet.

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