Direkt zum Inhaltsbereich

Ticagrelor: Nur ein bisschen mehr Rabatt

Der erste Erstattungspreis nach einer frühen Nutzenbewertung steht fest: für den Plättchenhemmer Ticagrelor. Bemerkenswert: Der ausgehandelte neue Rabatt liegt nur wenige Cent über dem "alten" Zwangsrabatt.

Veröffentlicht:
90 Milligramm - und acht Cent mehr Rabatt.

90 Milligramm - und acht Cent mehr Rabatt.

© Jonathan Knowles / AstraZeneca

BERLIN (cw). Der GKV-Spitzenverband und AstraZeneca haben am Mittwoch die Details ihrer Preisvereinbarung für den neuen Gerinnungshemmer Ticagrelor (Brilique™) bekanntgegeben.

Demnach gewährt der Hersteller 19,4 Prozent Nachlass auf den Listenpreis. Auf diesen Erstattungspreis wird dann kein weiterer gesetzlicher Abschlag mehr fällig.

Aus der Preisvereinbarung resultieren Tagestherapiekosten von 2,00 Euro. Der Preis gilt rückwirkend zum 1. Januar 2012 für drei Jahre.

Der Listenpreis umgerechnet auf die Tagestherapiekosten beträgt 2,48 Euro - bis dato zahlten die Kassen abzüglich des aktuell 16-prozentigen Zwangsrabatts 2,08 Euro für die Tagesdosis.

Aus Sicht von AstraZeneca ist der ausgehandelte Preis "fair" und "ein gutes Ergebnis für die Versorgung von Herzinfarktpatienten".

Man sei froh, sich trotz schwieriger und herausfordernder Gespräche mit dem Spitzenverband geeinigt, statt die Schiedsstelle bemüht haben zu müssen, so ein Sprecher des Unternehmens.

Anerkannt als Praxisbesonderheit

Der GKV-Spitzenverband kommentierte das Agreement als Beleg, "dass ein fairer Ausgleich zwischen den Interessen der Industrie und den Kassen auf dem Verhandlungswege möglich ist".

Ticagrelor ist die erste Innovation, für die nach dem AMNOG-Verfahren ein Preis zwischen Kassen und Hersteller ausgehandelt wurde.

Der GBA hatte dem Medikament einen beträchtlichen Zusatznutzen für Patienten mit instabiler Angina pectoris und einem Nicht-ST-Hebungs-Infarkt sowie einen auf Anhaltspunkten basierenden nicht quantifizierbaren Zusatznutzen für Patienten mit ST-Hebungs-Infarkt, die eine perkutane Koronarintervention erhielten, zuerkannt, sofern diese einen ischämischen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke hatten oder älter als 75 Jahre sind und nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung für eine Therapie mit Prasugrel plus ASS nicht infrage kommen.

In diesem beiden Indikationen wird die Verordnung von Ticagrelor künftig als Praxisbesonderheit anerkannt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Cannabistherapie

Gesetzesänderung geplant: THC-Fertigarzneimittel nur labelgerecht zu verordnen

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Logo vom ÄrzteTag extra der Ärzte Zeitung mit dem Porträt des Podcast-Gesprächspartners Reinhard Pfingsten von der apoBank

© apoBank

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist

Abrechnung nur noch über EBM?

Ambulantes Operieren: Regierung plant Ende der Hybrid-DRG

Lesetipps
Ein Mann muss aufstoßen und hält sich die Hand vor den Mund.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Vier Ursachen im Überblick

Häufiges Aufstoßen: Woher es kommen kann und wie therapiert wird