Direkt zum Inhaltsbereich

Pharma

Time to Market: Deutschland in der EU vorn

Innovationsfeindliches System? Von wegen: Nirgendwo in der EU gelangen neue Arzneimittel so schnell in die Versorgung wie hierzulande.

Veröffentlicht:

Berlin. Auch nach zehn Jahren früher Nutzenbewertung ist Deutschland nach wie vor in Europa dasjenige Land, in dem Ärzte neue Medikamente am schnellsten zu Lasten öffentlicher Kostenträger verordnen können. Das bestätigt jetzt erneut der Pharmaverband vfa.

Unter Berufung auf aktualisierte Zahlen des europäischen Branchenverbands EFPIA heißt es, Deutschland belege bei der sogenannten „Time to Market“ weiterhin die Pole Position: Demnach vergehen hierzulande im statistischen Median 50 Tage zwischen EU-Zulassung und Markteinführung, respektive Erstattung. Am zweitschnellsten in der EU ist Dänemark mit 94 Tagen, an dritter Stelle rangieren die Niederlande mit 153 Tagen.

Ebenfalls ganz weit vorn in Europa liegt die Schweiz mit 87 Tagen zwischen behördlichem OK und Aufnahme in die Erstattung, allerdings unterhält die Alpenrepublik ein eigenes Zulassungssystem. Schlusslichter in der EU sind Rumänien (859 Tage Time to Market), Polen (733) und Bulgarien (707).

„Spitzenplatz Deutschlands ist kein Zufall“

Datenbasis der EFPIA-Auswertung sind 152 Produkte die von der EU-Kommission, bzw. 115, die von der Schweizer Swissmedic von 2016 bis 2019 freigegeben wurden. Die Vergleichbarkeit der jüngsten mit früheren Analysen ist insofern eingeschränkt, als zuletzt von einer Durchschnittsbetrachtung auf den statistischen Median umgestellt wurde, um Verzerrungseffekte durch Extreme zu vermeiden.

„Der Spitzenplatz Deutschlands ist kein Zufall“, so der vfa. Neue Arzneimittel werden hier sofort nach Zulassung erstattet, Preisabschläge erst nach erfolgter Nutzenbewertung ausgehandelt. Diese „Verfahrens-Verlässlichkeit“ führe dazu, „dass Deutschland bei globalen Markteinführungen meist frühzeitig zum Zug kommt“. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Orphan Drug

G-BA: Hinweis auf geringen Zusatznutzen für Olezarsen

Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen

Lesetipps
Eine Ärztin im Gespräch mit einer Patientin.

© HockleyM1 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Kollegin gibt Tipps

So gelingt eine gute Arzt-Patienten-Beziehung

Die Ursachen für eine Anämie sind zahlreich. Differentialdiagnostisches Denken ist vorrausgesetzt.

© doucefleur / stock.adobe.com

Von unbedenklich bis gefährlich

Blutbildveränderungen: Das Einmaleins der Anämie-Diagnostik