Vertragsarztstatistik

Trend zur Anstellung bleibt bei Ärzten ungebrochen

Die Zahl der Vertragsärzte hat sich auch 2019 leicht erhöht. Dabei arbeitet mittlerweile fast jeder fünfte Kassenarzt als Angestellter.

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Lieber angestellt als selbstständig? Fast 40.000 Vertragsärzte und -psychotherapeuten arbeiten mittlerweile als Angestellte in Praxis und MVZ.

Lieber angestellt als selbstständig? Fast 40.000 Vertragsärzte und -psychotherapeuten arbeiten mittlerweile als Angestellte in Praxis und MVZ.

© fotogestoeber / stock.adobe.com

Berlin. Die ambulante vertragsärztliche Versorgung bleibt weiterhin eine attraktive Berufsperspektive für Ärzte. 177.826 Vertragsärzte und -psychotherapeuten zählte die KBV 2019, im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 1,4 Prozent. Aber: Da der Trend zur Teilzeittätigkeit weiter ungebrochen sei, liege das Plus bei der tatsächlich vorhandenen vertragsärztlichen Arbeitskapazität bei nur 0,2 Prozent, so die KBV.

Die Daten stammen aus dem Bundesarztregister der KBV. Und sind gerade in Corona-Zeiten spannend, da die ambulanten, regionalen Strukturen hier einen Großteil der Versorgung stemmen.

Wie viele Vertragsärzte sind angestellt?

Interessant ist aber vor allem ein zweiter Trend, der mit dem Wunsch an Teilzeittätigkeit einhergeht: 39.477 Vertragsärzte und -psychotherapeuten – und damit rund ein Fünftel – arbeiteten 2019 als Angestellte in den Praxen und MVZ.

Dabei machen die Praxen den MVZ immer stärkere Konkurrenz als Arbeitgeber. Immerhin 19.544 angestellte Ärzte, also fast 50 Prozent, arbeiteten im vergangenen Jahr in einer Praxis und eben nicht einem MVZ oder einer KV-Einrichtung (siehe nachfolgende Grafik).

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Anteil der angestellten Ärzte rapide gestiegen

Dabei ist der Anteil der angestellten Ärzte in der vertragsärztlichen Versorgung seit 2009 von unter acht Prozent auf mittlerweile über 22 Prozent angestiegen.

Häufig arbeiten die angestellten Vertragsärzte in Teilzeit: Rund 55 Prozent von ihnen waren im vergangenen Jahr weniger als 30 Stunden pro Woche in den Praxen, MVZ und Co tätig, rund 30 Prozent zehn bis 20 Stunden pro Woche. Etwas mehr als 16 Prozent der angestellten Vertragsärzte arbeiteten sogar nur bis zu zehn Stunden pro Woche in den Praxen.

Aber auch gut ein Fünftel der Vertragsärzte und -psychotherapeuten in eigener Praxis hatte im vergangenen Jahr nur einen hälftigen Versorgungsauftrag inne.

Es bleibt auch dabei, dass die Medizin weiblicher wird. 85.319 Ärztinnen und Psychotherapeutinnen nahmen 2019 an der vertragsärztlichen Versorgung teil, damit machten sie fast 48 Prozent der Versorgung aus (siehe nachfolgende Grafik).

55.073 Hausärzte in Deutschland

Die hausärztliche Versorgung verzeichnete im vergangenen Jahr leider nur einen minimalen Zuwachs. Die Zahl der Hausärzte in der KBV-Statistik ist von 55.017 in 2018 auf nunmehr 55.073 angestiegen. Dabei lag der Anteil der Hausärztinnen in den Kassenarztpraxen 2019 bei über 46 Prozent (siehe nachfolgende Grafik).

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Rund zwei Drittel der Hausärztinnen arbeiteten zudem als Angestellte in einer Praxis oder einem MVZ mit. Dabei bleibt es dabei, dass rund 30 Prozent der Hausärzte aus dem internistischen Bereich kommen. (reh)

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