UN fordert Steuern auf Cola und Pommes

GENF (dpa). Steuern auf Soft Drinks wie Cola und jegliche Art von Junk Food - das wäre nach Überzeugung von UN-Experten der richtige Weg zur Überwindung der in reichen Staaten wie Deutschland weit verbreiteten ungesunden Ernährungsweise.

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Zugleich müsse es der Agrarindustrie unmöglich gemacht werden, Kosten für massive Kampagnen zur Vermarktung von fett-, zucker- und salzreichen Fertignahrungsmitteln von der Steuer abzusetzen, empfiehlt der UN-Sonderberichterstatter für Ernährung, Olivier de Schutter.

Seine Forderung nach einer Sondersteuer auf Dickmacher gehört zu einer langen Liste von Ratschlägen, die in einem am Dienstag dem UN-Menschenrechtsrat in Genf vorgelegten Bericht über die Ernährungslage in den Industriestaaten enthalten sind.

Darin kritisiert De Schutter, dass Systeme von Subventionen und Wirtschaftsförderung in vielen Ländern zumindest indirekt die Massenproduktion und -vermarktung von potenziell ungesundem Essen unterstützen, statt den Verzehr von frischer und nährstoffreicher Kost zu fördern.

Ernährungsdebatte mit dem Geldbeutel

De Schutter versucht, die Debatte über "moderne Ernährung" auch "über den Geldbeutel" zu führen. Steuerzahler würden letzten Endes die Zeche dafür zahlen, dass die Märkte mit industriell gefertigter Nahrung überflutet würden, während gesunde Kost wie Obst und Gemüse im Vergleich zu teuer sei.

Während die Industrie ihre Marketingkosten von der Steuer absetze, gingen angesichts der Zunahme von ernährungsbedingten Krankheiten die Gesundheitskosten hoch, die von den Steuerzahlern mitgetragen würden.

Zugleich sind nach Ansicht des Experten Agrarsubventionen eine der Ursachen dafür, dass zwischen armen und reichen Ländern die Kluft in Sachen Nahrung immer größer wird.

Während ein Teil der Weltbevölkerung scheinbar zum Hunger verdammt sei, würden Millionen von Menschen in Industrieländern insgesamt zu viel und zugleich zu viel Ungesundes essen.

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