Kommentar – Honorar-Einigung

Überraschend schnell geeinigt

Wolfgang van den BerghVon Wolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Damit hat wohl kaum jemand gerechnet: Gleich am zweiten Verhandlungstag einigen sich KBV und Kassen auf Honorarsteigerungen von rund 620 Millionen Euro. Die Verhandler sind zufrieden. Verkehrte Welt? Mitnichten.

Abgesehen von den üblichen Ritualen und Kommentaren, dass das Ergebnis je nach Perspektive zu hoch oder zu niedrig ausgefallen ist, sind die weniger komplizierten Themen innerhalb der Klammer behandelt worden. Das gilt etwa für den Orientierungswert und die Morbidität.

Sondereffekte, die auch Geld kosten, wie die Umsetzung neuer Hygienevorgaben und die Auswirkungen der Datenschutzgrundverordnung sind vor der Klammer geblieben und sollen getrennt eingepreist werden. Das gilt auch für Hausbesuche. Kein Wunder: Denn Kassen und KBV schielen aufs Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), in dem Hausbesuche neben anderen Leistungen deutlich aufgewertet werden sollen.

Fazit: Beide Seiten haben sich Zeit erkauft und zugleich der Politik gegenüber Handlungsfähigkeit bewiesen. Übrigens: Auf Einladung von Gesundheitsminister Spahn traf sich am Mittwoch die Wissenschaftliche Kommission zu ihrer konstituierende Sitzung. Sie soll Vorschläge für ein modernes Vergütungssystem erarbeiten. Welch ein Zufall. . .

Lesen Sie dazu auch: KBV zu Honorarkompromiss 2019: "Wir müssen realistisch bleiben" Siebenstündige Verhandlungen: Honorar-Einigung erzielt!

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