Siebenstündige Verhandlungen

Honorar-Einigung erzielt!

KBV und GKV-Spitzenverband haben sich nach siebenstündigen Verhandlungen auf das Honorar für 2019 geeinigt.

Von Anno Fricke Veröffentlicht: 21.08.2018, 18:30 Uhr
Honorar-Einigung erzielt!

Der Orientierungswert steigt auf 10,8226 Cent.

© Rolf Vennenbernd / stock.adobe.com

BERLIN. Die Vertragsärzte können im kommenden Jahr mit einem Honorarplus von rund 620 Millionen Euro rechnen. Die Summe ist wie folgt zusammengesetzt:

  • Steigerung des Orientierungswerts: 550 Millionen Euro
  • Steigerung der Veränderungsrate: 70 Millionen Euro.

Weitere Verhandlungen schließen sich in den kommenden Monaten den Regionen an: Dabei geht es um die Mengenentwicklungen bei der Morbidität. Der Sprecher des GKV-Spitzenverbands Florian Lanz twitterte am Abend, dass dabei mit einem weiteren Honorarplus für die Ärzte von insgesamt 400 Millionen Euro ausgegangen werde.

Diese Aussage empfanden Vertreter der Ärzteseite als zu spekulativ. Die Veröffentlichung einer zunächst für den Abend angekündigten gemeinsamen Pressemitteilung wurde daraufhin verschoben, voraussichtlich bis Mittwoch.

Vertreter von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und des GKV-Spitzenverbandes hatten sich am Dienstagnachmittag nach siebenstündigen Verhandlungen überraschend einstimmig im Erweiterten Bewertungsausschuss auf die neuen Werte beim Honorar für 2019 geeinigt .

Nach der „Ärzte Zeitung“ vorliegenden Informationen steigt der Orientierungswert von bislang 10,6543 Cent auf 10,8226 Cent. Die Erhöhung würde demnach 0,1683 Cent (+1,58 Prozent) betragen.

Darauf hätten sich die Vertreter im Erweiterten Bewertungsausschuss einstimmig geeinigt, hieß es aus Verhandlerkreisen. Noch nicht exakt bekannt ist zur Stunde die Höhe der Veränderungsrate. Sie soll bei um die 0,3 Prozent liegen.

Aufwendungen infolge der DSGVO werden ermittelt

In einem weiteren Beschluss habe die Kassenseite anerkannt, dass der Aufwand der Praxen für die Umsetzung der Hygieneverordnung und der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) tatsächlich kostenrelevant sei.

Das Institut des Bewertungsausschusses habe den Auftrag erhalten zu ermitteln, wie hoch die finanziellen Aufwendungen dafür tatsächlich seien, hieß es aus Verhandlungskreisen.

Honorar für Hausbesuche wird extra verhandelt

Nicht abschließend geklärt wurde eine Aufstockung des Honorars für Hausbesuche, wie es die KBV gefordert hatte. Dieser Punkt müsse außerhalb des gesetzlich vorgeschriebenen Verhandlungskatalogs geklärt werden.

Noch für den Abend wird eine gemeinsame Pressemitteilung von KBV und GKV-Spitzenverband erwartet, in der die am Nachmittag getroffenen Vereinbarungen detailliert ausgeführt werden sollen.

Wie sich das Verhandlungsergebnis als Gesamtsumme ausdrücken lässt, ist noch nicht ganz klar. Es dürfte sich aber um ein Plus von zwischen 500 und 600 Millionen Euro handeln. Die zuvor von Agenturen verbreitete Zahl von einer Milliarde Honorarplus wurde aus Ärztekreisen als „Unsinn“ bezeichnet.

Ursprüngliche Forderungen lagen weit auseinander

Die ursprünglichen Forderungen der Ärzte und das Angebot der Kassen hatten extrem weit auseinandergelegen. Die Kassen hatten einen Aufschlag von 0,2 Prozent auf den Orientierungspunktwert angeboten.

Die Ärzteseite hatte 2,8 Prozent mehr für den Orientierungswert und weitere 1,6 Prozent für den Aufwand für die Praxishygiene und die Datenschutzgrundverordnung verlangt.

Wir haben den Artikel erweitert am 21.08.2018 um 17:52 Uhr und nochmals um 18:30 Uhr.

Lesen Sie dazu auch: Honorarkompromiss 2019: Gassen - "Wir müssen realistisch bleiben"

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Kommentare
Dr. Thomas Rupp

Dieses Honorarplus ist ein Witz

In Anbetracht höherer Aufwendungen insgesamt, speziell bei Datenschutz, EDV, QM, Hygiene und bei den Löhnen, um in einem leergefegtem Arbeitsmarkt gegenüber den Klinikambulanzen noch qualifizierte MFAs in den Praxen zu halten, ist dieses Hoonorarplus mit einer Steigerung von 1,58% nach einer Erhöhung im Vorjahr von 1,1% ein Witz!
Und die Kassen müssen einmal mehr als unsere Gegner angesehen werden.
Dr. Thomas Rupp, Mannheim

Dr. Erhard Eberl

Das darf dem Nachwuchs nicht vorenthalten werden

und werde ich beim nächsten Seminar für Allgemeinmedizin zum Semesterbeginn am schwarzen Brett kommentarlos publizieren. Ohnehin: "Der Nachwuchs ist doch nicht blöd".

E. Eb.

Dr.med. Henning Fischer

1,58 Prozent: Darauf hätten sich die Vertreter im Erweiterten Bewertungsausschuss einstimmig geeinigt


bei jeder Gewerkschaft würde man die Leute Teeren und Federn.

Ärzte sind halt eine frei manipulierbare träge Masse.

Und ihre Vertreter .....

Matthias Männel

Toll

Tolles Ergebnis !!

Liegt aber leider unter der aktuellen Inflationsrate.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1045/umfrage/inflationsrate-in-deutschland-veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahresmonat/

m.m.


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