Kommentar

Ultima Ratio "Strafgebühr"

Von Wolfgang  van den Bergh Veröffentlicht:

Eigentlich war die Diskussion über die Inanspruchnahme des Notdienstes auf einem guten Weg. Mit zur Versachlichung beigetragen hat der Sachverständigenrat in seinem jüngsten Gutachten. Zentrale Aussage dort ist die koordinierte Notfallversorgung "aus einer Hand". Bedeutet im Klartext: Integrierte Leitstellen (ILS) arbeiten eng mit den Integrierten Notfallzentren (INZ) zusammen.

Doch plötzlich poppt in diesem Kontext das Thema Kontaktgebühr wieder auf. Die soll bei nicht akuten Patienten, die den Notdienst direkt aufsuchen, erhoben werden. 50 Euro will die KV Niedersachsen verlangen. KBV-Chef Andreas Gassen sieht das als wichtigen Hebel zur Versorgungssteuerung. Sogleich ist die Rede von der "Strafgebühr".

Dass der KBV-Chef aber auch von einer Ultima Ratio spricht, wenn alle anderen Steuerungsmechanismen vom Patienten ignoriert werden, wird in der öffentlichen Diskussion weitgehend ausgeblendet. Auch der Sachverständigenrat sieht eine Kontaktgebühr als letztes Mittel für eine Patientensteuerung.

Fazit: Die Diskussion wäre völlig überflüssig, wenn es den zentralen Tresen am INZ bereits gäbe. Dort wird entschieden, ob der Patient vom Kliniker oder vom niedergelassenen Arzt weiterbehandelt wird. Also bitte keine Nebelkerzen.

Lesen Sie dazu auch: Notfallambulanzen: Streit um "Strafgebühr" im Krankenhaus

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

ePA-Plattformen

KI und neue Anbieter sollen die ePA voranbringen

Pressekonferenz mit klarer Ansage

KBV und DKG gehen auf Gegenkurs zu Nina Warkens Spargesetz

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Flugmediziner klärt auf

Wann ein Mensch zu krank für den Flug ist

DGIM-Kongress

Gynäkologin: HPV-Impfung auch nach Konisation noch sinnvoll

Lesetipps
Ein älterer Mann liegt wach im Bett und kann nicht schlafen. Eine Uhr auf dem Nachtkasten zeigt kurz vor 3 Uhr an.

© amenic181 / stock.adobe.com

α-Synuclein-Abbau fördern

Parkinson: Wieso guter Schlaf besonders präventiv wirkt