Direkt zum Inhaltsbereich

„Krankenhausversorgung dezentral organisieren“

Umsetzung der Krankenhausreform: Philippi fordert mehr „Beinfreiheit“

Veröffentlicht:

Hannover. Bei der Umsetzung der Klinikreform von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will Niedersachsen auch in der Fläche ein Netz von gut funktionierenden Krankenhäusern erhalten. „Wir brauchen im Land mehr Beinfreiheit, um unsere Krankenhausversorgung dezentral zu organisieren“, sagte Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi der Oldenburger „Nordwest-Zeitung“. Während Patienten in Metropolen das nächstgelegene Krankenhaus schon in 30 Minuten zu Fuß erreichen könnten, sei das in ländlichen Regionen im gleichen Zeitraum nicht einmal mit dem Auto möglich.

Die Bundesländer sehen die Krankenhausreform kritisch. Sie missachte die Krankenhausplanung der Länder, führe zu höheren Kosten für die Beitragszahler und werde zu einer Verschlechterung im ländlichen Raum führen, hieß es.

Für den Nordwesten soll nach Philippis Willen das Krankenhaus auf Norderney erhalten bleiben. Die Nordseeinsel habe die allermeisten Übernachtungen. „Außerdem hat die Klinik eine große dermatologische Abteilung“, sagte er der Zeitung. Von den anderen Inseln werden Notfallpatienten auch künftig per Hubschrauber auf das Festland geflogen.

Acht Versorgungsregionen definiert

Der SPD-Politiker würdigte die Weitsicht der ostfriesischen Kommunen. Sie hätten schon vor Jahren gemerkt, dass die Krankenhäuser in Emden, Aurich und Norden so nicht überlebensfähig seien. Sie hätten rechtzeitig das Zentralklinikum Georgsheil in Uthwerdum (Landkreis Aurich) geplant.

Niedersachsen hat bereits acht Versorgungsregionen mit Kliniken unterschiedlicher Größe fürs Land definiert. Geplant ist, bestimmte Operationen, etwa Hüft- oder Herz-Operationen, an bestimmten Standorten zu konzentrieren. „Das muss aber mit Augenmaß erfolgen und nicht als Kahlschlag“, betonte Philippi. Zudem werde das Land dafür sorgen, dass auch in den kleinen Krankenhäusern immer genug Intensivbetten vorgehalten werden, versicherte er.

Zuweisung von Leistungsgruppen mit „Riesenaufwand“ verbunden

Die Finanzierung der Krankenhausleistungen erfolgt nach der Reform künftig über Leistungsgruppen. Die Zuweisung der insgesamt 65 Leistungsgruppen, für die das Land künftig verantwortlich zeichnet, ist nach Angaben des Ministers mit einem „Riesenaufwand“ verbunden. Philippi schloss nicht aus, dass gegen die Zuweisung sogenannter Leistungsgruppen geklagt werde. (dpa/lni)

Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
In Deutschland gibt es immer weniger klinische Forschung. Was Deutschland hingegen zu leisten imstande ist, zeigte sich zuletzt bei der COVID-19-Pandemie: mRNA-basierte Impfstoffe wurden schnell entwickelt und produziert.

© metamorworks / stock.adobe.com

Handlungsempfehlungen

Deutschland-Tempo statt Bürokratie-Trägheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Akute Belastung versus chronische Schäden

Marathonläufer sollten ihren Nierenstatus kennen

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt