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Union hofft auf Einigung bei Spätabbrüchen

BERLIN (ble). In der Frage neuer Regelungen zu Spätabbrüchen bei Schwangerschaften will der familienpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion Johannes Singhammer (CSU) heute beim Koalitionspartner für Änderungen am Schwangerschaftskonfliktgesetz werben.

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Ziel sei ein gemeinsamer Gesetzentwurf, sagte er der "Ärzte Zeitung". In einer ersten Reaktion hatte sich die Vize-Vorsitzende der SPD-Fraktion Christel Humme allerdings gegen eine gesetzliche Neuregelung ausgesprochen.

Im vergangenen Jahr erfolgten von knapp 117 000 Abtreibungen 3072 nach einer medizinischen Indikation. Zwischen der 13. und 23. Schwangerschaftswoche wurden 2073 Schwangerschaften beendet, 229 ab der 24. Woche. Die Union will diese Zahlen mit einer verstärkten Beratung und einer Wartezeit von drei Tagen zwischen Beratung und Abbruch verringern.

So sollen Ärzte verpflichtet werden, Schwangere in Konfliktsituationen über die medizinischen und psychologischen Aspekte einer Abtreibung zu beraten und dies zu dokumentieren. Bislang haben Frauen einen Rechtsanspruch auf Beratung.

Nach dem Willen der Union soll die Schwangere auch schriftliche Informationen zum Leben mit behinderten Kindern sowie Kontaktadressen von Behindertenverbänden, Verbänden von Eltern mit behinderten Kindern und Selbsthilfegruppen von Frauen, die einen Abbruch haben vornehmen lassen, erhalten. "Auf Wunsch der Schwangeren ist ihr auch der Kontakt zu Eltern mit behinderten Kindern zu vermitteln", heißt es in einem Gesetzentwurf der Union. Verstößt ein Arzt gegen diese Vorschriften, soll er bis zu 10 000 Euro Geldbuße zahlen müssen.

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