Union sagt Stress, Burn-out und Co. den Kampf an

Mehr Forschung, mehr Pausen im Job, mehr Vorbeugung: So will die Unionsfraktion den Vormarsch von psychischen Krankenheiten eindämmen. Konkrete Forderungen richten die Abgeordneten an drei Ministerien.

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CDU-Gesundheits- und Sozialexperte Willi Zylajew will den Stress für Arbeitnehmer mindern.

CDU-Gesundheits- und Sozialexperte Willi Zylajew will den Stress für Arbeitnehmer mindern.

© Stephanie Pilick

BERLIN (dpa). Stress, Burn-out, Depression - die Unionsfraktion fordert Bundesregierung und Sozialkassen auf, gegen den dramatischen Anstieg psychischer Krankheiten in Deutschland vorzugehen.

29 Milliarden Euro koste die Behandlung seelischer Leiden jedes Jahr, und immer mehr Arbeitnehmer brächen vor Stress einfach zusammen, sagte der CDU-Gesundheits- und Sozialexperte Willi Zylajew am Dienstag in Berlin. "Wir wollen dies nicht so akzeptieren."

Der Chef der Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion, Peter Weiß (CDU), sagte: "Wir wollen, dass alle Akteure das zu einem Schwerpunkt machen."

Zunehmender Leistungs- und Konkurrenzdruck sowie ständige Erreichbarkeit hätten den Anteil der Tage, die Arbeitnehmer wegen psychischer Erkrankungen krankgeschrieben sind, deutlich ansteigen lassen. "Die Leute halten es vor Stress nicht durch."

Prävention im Betrieb gefordert

Der Vorstoß umfasst Aufforderungen an das Forschungsministerium, die psychischen Erkrankungen zu einem Forschungsschwerpunkt zu machen, an das Arbeitsministerium, besseren Schutz etwa durch Pausenregelungen in der Arbeitszeitverordnung zu prüfen sowie an das Gesundheitsressort, Prävention im Sozialgesetzbuch zu stärken.

Betriebe, Kranken- und Unfallkassen sollten stärker gegen psychische Leiden vorgehen. Die Krankenkassen sollten mehr als die heute vorgeschriebenen 2,56 Euro pro Versicherten für Vorbeugung ausgeben müssen.

Zylajew und Weiß forderten eine nationale Konferenz "Prävention psychischer Erkrankungen im Betrieb".

In Deutschland kommen jedes Jahr mindestens fünf Millionen Menschen mit schweren psychischen Krankheiten hinzu. Fast jeder dritte Schüler leidet an depressiven Stimmungen.

Im vergangenen Jahr stieg der Anteil der psychischen Erkrankungen laut DAK-Gesundheitsreport 2012 von 12,1 auf 13,4 Prozent am Krankenstand.

"Damit hat sich in den zurückliegenden 15 Jahren der Anteil dieser Krankheitsgruppe am Krankenstand mehr als verdoppelt", so die Krankenkasse DAK-Gesundheit.

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