Direkt zum Inhaltsbereich

Union will Rabattverträge nur als Ausnahme zulassen

BERLIN (hom/fst). CDU und CSU wollen Rabattverträge für Arzneimittel grundlegend reformieren. Gekippt werden soll die Vorschrift, dass Apotheker ein Präparat bei Vorliegen eines Rabattvertrags austauschen müssen.

Veröffentlicht:

Rabattverträge haben in der Vergangenheit vor allem den Hausärzten viel Kummer bereitet. Gerade chronisch Kranke seien oftmals "zutiefst" verunsichert über den Wechsel von Präparaten, heißt es in einem Papier der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn und Michael Hennrich. Fachexperten der Union kamen am Donnerstag zu Beratungen in Berlin zusammen. Laut Medienberichten nahm auch Gesundheitsminister Philipp Rösler an den Gesprächen teil.

Die Union setzt mit ihren Vorschlägen für ein Sparpaket deutlich andere Akzente als der FDP-Minister. Rösler will den Markt der Generika weitgehend unangetastet lassen. Die Union hingegen spricht sich gegen die generelle Austauschpflicht (Paragraf 129 SGB V) des Apothekers für rabattierte Arzneien aus. Gestärkt werden soll das Festbetragssystem.

Das Einsparvolumen der Rabattverträge im Festbetragsmarkt geben Spahn und Hennrich mit 340 Millionen Euro pro Jahr an. Der Marktforscher IMS Health dagegen hatte berechnet, die Kassen sparten durch Rabattverträge Ausgaben von rund 820 Millionen Euro ein. Um das Einsparvolumen zu erhalten, schlagen Spahn und Hennrich einen Zwangsrabatt der Generikahersteller von zehn Prozent und ein dreijähriges Preismoratorium vor. Künftig soll es Rabattverträge nur noch zusammen mit Versorgungsverträgen wie etwa DMP oder Hausarztmodellen geben. Rösler bekräftigte unterdessen seinen Willen, bei patentgeschützten Arzneimitteln zu Einsparungen zu kommen. Sein Sparkonzept sei geeignet, "die Pharmaindustrie in den Griff zu bekommen", sagte er im ZDF. Harsche Kritik übten Hersteller an den Plänen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beitragssatzstabilisierungsgesetz

GKV-Sparpaket: Mehr Geld vom Bund und Aufschub fürs Pflegebudget

Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Entzündung

Endokarditis-Prophylaxe: Worauf achten und bei wem?

Lesetipps
Ein Fußballspieler hält sich seinen Knöchel, ein Helfer assistiert ihm.

© massimhokuto / stock.adobe.com

Orthese selten nötig

Das ist bei Sprunggelenksverletzungen zu beachten

Eine Frau sitzt auf dem Bett und hält sich eine Wärmflasche auf den Bauch.

© Halfpoint / stock.adobe.com

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose

Im Versorgungsalltag sollten nur zertifizierte und getestete KI-Tools verwendet werden.

© Suriyo / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz

Ihre Schritte für den sicheren KI-Einsatz im Praxisalltag