Urabstimmung

Verbände starten Auszählung

Der Protest formiert sich weiter: Seit Mittwoch wird die Urabstimmung ausgezählt. Die Rede ist von "sehr hoher" Resonanz. Allerdings zeigt eine Umfrage: An der Ärztebasis ist der Protest offenbar noch nicht angekommen.

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Die Uhr tickt: Wann beginnen die Protestmaßnahmen in der Fläche?

Die Uhr tickt: Wann beginnen die Protestmaßnahmen in der Fläche?

© hati / fotolia.com

BERLIN (red). Jetzt wird ausgezählt: Die Allianz deutscher Ärzteverbände hat im Streit um die Ärztehonorare zur Urabstimmung aufgerufen - und die Resonanz ist "sehr hoch", hieß es vom NAV-Virchowbund. Am Donnerstag werden die Ergebnisse in Berlin bekannt gegeben.

Protestieren Sie auch?

Wutfaxe an die Krankenkassen, Arbeiten ohne Arzthelferinnen, um zu demonstrieren was passiert, wenn Ärzte ihre Angestellten nach Hause schicken müssen, Formular- und Telefonstreik. Die Protestformen der Ärzte sind derzeit vielfältig. Beteiligen Sie sich auch an den Protesten gegen die Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses, die Arzthonorare im nächsten Jahr lediglich um 0,9 Prozent zu erhöhen? Und wenn ja, in welcher Form? Berichten Sie uns von Ihren Aktionen und Erfahrungen von den Protestaktionen.

E-Mail an: gp@springer.com

"Wir erfahren eine überwältigende Zustimmung zu den Protestaktionen", sagte ein Sprecher des NAV-Virchowbundes.

Weniger erfolgreich verlief offenbar die von der Allianz deutscher Ärzteverbände geplante Protestaktion "Ein Arzt allein macht noch keine Praxis", bei der für einen Tag die Praxishelferinnen abgezogen werden sollten.

Die Redaktion der "Ärzte Zeitung" fragte nach und rief 32 zufällig ausgewählte Hausarzt- und Facharztpraxen im ganzen Bundesgebiet an.

Das Ergebnis darf zwar nicht als repräsentativ bewertet werden, dennoch: Alle 32 Praxen waren mit ihren Medizinischen Fachangestellten besetzt.

Nur in sechs Praxen war laut MFA am Telefon bekannt, dass dieser Aktionstag geplant war. Die Allianz deutscher Ärzteverbände sprach von einem Missverständnis.

"Die Protestaktion soll ab sofort jeden Mittwoch stattfinden. Die Schwerpunktveranstaltung ist für den nächsten Mittwoch geplant", so ein Sprecher des NAV-Virchowbundes.

Ein "Streik"-Tag, der ins Wasser fiel

Ein Tag ohne Bürokratie, kein Telefondienst, kein Empfang am Tresen? Zumindest am Mittwoch war die Praxis ohne MFA ein Schlag ins Wasser.

Faktencheck der "Ärzte Zeitung": Sind die Vertragsärzte ausreichend über die von ihren freien Verbänden initiierten und von den Kassenärztlichen Vereinigungen erwünschten Protestmaßnahmen hinreichend informiert, und werden die Proteste auch umgesetzt?

Am Mittwochmorgen hat die Redaktion der "Ärzte Zeitung" den Faktencheck gemacht und in 32 Hausarzt- und Facharztpraxen im ganzen Bundesgebiet angerufen. Die Auswahl erfolgte zufällig aus dem Telefonbuch. Das Ergebnis darf zwar nicht als repräsentativ bewertet werden, zeigt aber einen signifikanten Trend.

  • Von den 32 angerufenen Praxen waren alle mit ihren Medizinischen Fachangestellten besetzt. Es ist also fraglich, ob die Allianz freier Ärzteverbände in den wenigen Tagen seit Montag ihr Ziel erreicht hat, eine Art "Bürokratie-Streik" an diesem Mittwoch zu inszenieren.
  • Von den 32 Praxen war nur in sechs bei den Medizinischen Fachangestellten bekannt, dass für diesen Mittwoch von Ärzteverbänden Protestmaßnahmen angekündigt waren.

Ein möglicher Grund: Geben Praxisinhaber ihren Medizinischen Fachangestellten frei, könnten sie sich ins eigene Fleisch schneiden. So meinte ein Saarbrücker Gynäkologe: "Es ist doch Schwachsinn, den MFA frei zu geben, dann bleibt die Verwaltungsarbeit nur liegen."

Bereits am Montag hatte sich der Medi-Verbund skeptisch zu dieser Aktion geäußert. Es sei logistisch nicht machbar, bei sehr kurzer Vorlaufzeit eine solche Aktion zu unterstützen.

Recherche: Anne Leber, Linda Weiszhaupt

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