Verzögert Ministerwechsel den Freiwilligendienst?

MAINZ (dpa). Die rheinland-pfälzische Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) befürchtet wegen der Kabinettsumbildung in Berlin noch mehr Verunsicherung bei der Gestaltung der neuen freiwilligen Dienste.

Veröffentlicht:

"Die Unklarheit und Unsicherheit, die ohnehin schon herrschen, werden nun noch verschärft", sagte Dreyer in einem dpa-Gespräch. Schließlich sei unklar, wie schnell der neue Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) nun die Bundeswehrreform umsetzen werde.

Eng damit verbunden ist die Zukunft des Zivildienstes. Dabei muss aus Sicht von Dreyer endlich Klarheit für die Übergangszeit zum Freiwilligendienst geschaffen werden. "Im Moment wissen weder Jugendliche, die derzeit ihren Zivildienst leisten, noch die Träger, wie es nach dem Juni weitergehen soll."

Für den neuen Bundesfreiwilligendienst sollen künftig jährlich 35 000 junge Menschen gewonnen werden, ebenso für das Freiwillige Soziale sowie Freiwillige Ökologische Jahr (FSJ und FÖJ). "Im Moment sehe ich nicht, woher die kommen sollen", sagt Dreyer.

Schließlich habe die Bundesregierung im Gesetzentwurf keinerlei Anreize - wie etwa die Anrechnung der Zeit auf Beruf oder Studium - festgehalten. Zudem soll es beim Bundesfreiwilligendienst kein Kindergeld geben. "Damit würden die Eltern faktisch drauf zahlen, und das geht nicht."

Hinzu komme die Unsicherheit für die Träger. "Sie sollen zwar mehr Geld pro Platz bekommen, aber nur noch für 75 Prozent der Stellen - de facto steht ihnen also nicht mehr Geld zur Verfügung und sie müssen überlegen, ob sie Plätze kürzen", erläuterte Dreyer.

Es stehe zu befürchten, dass einige Angebote, die mit Hilfe von Zivis aufrechterhalten wurden, nicht zu erhalten sind. Nach ihren Angaben soll der Gesetzentwurf von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) möglicherweise noch im März verabschiedet werden.

Mehr zum Thema

Belastung durch Personalausfälle

Appell an Bürger: Telefon-AU nutzen, Personal schützen

Nachruf

Professor Michael Illert gestorben

Schlagworte
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Essen nach der Uhrzeit: Beim periodischen Fasten lassen sich offenbar bessere Diät-Ergebnisse erzielen.

© dusk / stock.adobe.com

Diät

Periodisches Fasten lässt wohl mehr Kilos purzeln

Dr. Ralph von Kiedrowski ist mit seiner Praxis komplett digital aufgestellt. Aber einen TI-Anschluss lehnt er bisher ab.

© Porträt: BVDD | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag“-Podcast

Dermatologe von Kiedrowski: Die dunkle und die helle Seite der Digitalisierung

„Gespräche werden in den kommenden Wochen beginnen“: Dr. Doris Reinhardt, Spitzenkandidatin der Hausarztliste, und MEDI-Spitzenkandidat Dr. Karsten Braun.

© li: Privat re: Jochen Schreiner

Ergebnis der KV-Wahl in Baden-Württemberg

Hausärzteverband und MEDI bekräftigen Willen zur Vorstandsbildung