Werksärzte fordern

Vorsorge-Check im Betrieb

Verband fordert mehr Gesundheitsangebote in Unternehmen besonders für ältere Mitarbeiter.

Veröffentlicht: 27.09.2013, 13:50 Uhr

BREMEN. Der Bedarf ist groß, das Angebot hinkt hinterher. Nach einer Studie des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. (VDBW) fördern nur 40 Prozent der Betriebe Kurse zur psychischen Gesundheit der älteren Mitarbeiter, zu ihrer Rückengesundheit und Ernährung. Aber 80 Prozent der befragten Mitarbeiter fänden solche Maßnahmen sinnvoll.

Das sagte Dr. Wolfgang Panter, Präsident des VDBW, am Donnerstag beim Deutschen Betriebsärzte-Kongress in Bremen. "Die Arbeitnehmer 50 plus wollen persönliche Entwicklungskurse", sagte Panter.

Immer noch sähen viele Betriebe das Problem aber nicht: "Zwar brauchen die Betriebe ältere Mitarbeiter als Know-how-Träger, aber sie bieten ihnen zu wenig Gesundheitsangebote", so Panter. Gerade ältere Mitarbeiter ab 55 Jahren werden häufiger und schwerer krank.

Der VDBW verwies auf die stärker steigenden psychischen Belastungen. "Die Führung in den Betrieben ist eindeutig der entscheidende Faktor für die seelische Gesundheit der Mitarbeiter", sagte Panter.

Inzwischen komme bei den rund 10.000 Betriebsärzten in Deutschland stärker an, dass die psychische Gesundheit wesentlich ist, so Panther.

"E-35" gefordert

Mit Kursen allein sei es nicht immer getan. "Im Zweifel muss man den Arbeitsplatz umbauen oder Schichtpläne ändern, damit einem Beschäftigten die Sinnhaftigkeit der Arbeit erhalten bleibt", sagte Dr. Anette Wahl-Wachtendorf, VDBW-Vizepräsidentin.

Besonderen Wert legt Panter auf Prävention. "Wir fordern entsprechend zu den Vorsorgeuntersuchungen im Kindes- und Jugendalter auch Angebote für Erwachsene am Arbeitsplatz", sagte der VDBW-Präsident. "E-35, E-45 und so weiter."

Die Arbeitsmedizin sei "das präventive Fach in der Erwachsenenmedizin, in dem man auch Patienten sehe, die nicht beim Hausarzt erscheinen. Derzeit geben die Kassen jährlich 0,2 Prozent ihres Geldes für Prävention aus. Panter: "Wir fordern mindestens ein Prozent!" (cben)

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