Ukraine-Krieg

WHO fordert dringend den Schutz des Gesundheitspersonals in der Ukraine

Das Verletzungs- und Sterberisiko für Rettungssanitäter und anderes Gesundheitspersonal im Krankentransport ist in der Ukraine laut WHO dreimal so hoch wie das anderer Beschäftigter im Sektor.

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Gefährlicher Krankentransport für Rettungssanitäter in Kriegszeiten in der Ukraine: Wie hier bei der Beschädigung eines Wohnblocks in Kiew, laufen die Angehörigen des Rettungsdienstes nicht nur vor Ort, sondern auch während der Anfahrt zum einsatzort sowie auf dem weg zum Krankenhaus Gefahr, Opfer einer erneuten Attacke zu werden. Ihr Verletzungs- und Sterberisiko ist laut WHO dreimal so hoch wie das anderer Beschäftigter im Gesundheitswesen.

Gefährlicher Krankentransport für Rettungssanitäter in Kriegszeiten in der Ukraine: Wie hier bei der Beschädigung eines Wohnblocks in Kiew, laufen die Angehörigen des Rettungsdienstes nicht nur vor Ort, sondern auch während der Anfahrt zum einsatzort sowie auf dem weg zum Krankenhaus Gefahr, Opfer einer erneuten Attacke zu werden. Ihr Verletzungs- und Sterberisiko ist laut WHO dreimal so hoch wie das anderer Beschäftigter im Gesundheitswesen.

© Photoshot / picture alliance (Archivbild)

Genf/Kiew. Das WHO-Überwachungssystem für Angriffe auf die Gesundheitsversorgung (Surveillance System for Attacks on Health Care /SSA) in der Ukraine hat einen besorgniserregenden neuen Trend aufgezeigt: Das Verletzungs- und Sterberisiko für Rettungssanitäter und anderes Personal im Krankentransport ist demnach dreimal so hoch wie das anderer Beschäftigter im Gesundheitswesen, wie die Weltgesundheitsorganisation am Donnerstag mitteilte.

„Viele Notfallteams geraten entweder auf dem Weg zu einem Einsatz oder an ihrem Standort unter Beschuss. Vier unserer Mitarbeiter wurden bereits getötet und 12 Personen wurden verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert“, wird Halyna Saldan, Leiterin des Zentrums für medizinische Notfallversorgung und Katastrophenmedizin der staatlichen Regionalverwaltung von Cherson, zitiert.

Von den 68 Anschlägen, die von der WHO im ersten Quartal 2024 verifiziert worden seien, hätten sich 12 – also fast 20 Prozent – gegen medizinische Notdienste gerichtet, darunter neun Anschläge auf Basisstationen der medizinischen Notfallversorgung, bei sieben Anschlägen seien Krankenwagen beschädigt worden, und bei sechs Anschlägen Vermögenswerte und Ausrüstung für die medizinische Notfallversorgung betroffen gewesen.

Notfallpersonal „unter allen Umständen zu schützen“

„Dies ist ein entsetzliches Muster“, räumte Dr. Emanuele Bruni, der WHO-Notfallmanager in der Ukraine, ein. „Das medizinische Notfallpersonal und die Gesundheitsdienste widmen sich der Hilfe für Menschen in kritischen Situationen und müssen unter allen Umständen geschützt werden. Diese Angriffe bedrohen ihre Sicherheit und verwüsten die Gemeinden, die seit mehr als zwei Jahren unter ständigem Beschuss leben, weiter“, so Bruni.

In den ersten Monaten des Jahres 2024 habe die Zahl der Angriffe besorgniserregend zugenommen: In den Monaten Januar und März sei fast ein Angriff pro Tag verübt worden, meist unter Einsatz schwerer Waffen. „Diese erschreckende Zahl unterstreicht den Druck auf das ukrainische Gesundheitssystem“, erklärte Dr. Jarno Habicht, WHO-Vertreter in der Ukraine. Und ergänzt: „Die WHO fordert erneut dringend den Schutz des Gesundheitspersonals und der Patienten sowie die ununterbrochene Bereitstellung grundlegender Gesundheitsdienste.“ (eb)

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