Hausärzteverband

Weigeldt: Wir bleiben die Steuerleute im Boot

Beim Neujahrsempfang kündigt das Ministerium weitere Gesetzentwürfe an. Verbandschef Weigeldt mahnt, die HzV nicht aus dem Blick zu verlieren.

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Berlin. Gesundheits-Staatssekretär Dr. Thomas Gebhardt bemühte beim Neujahrsempfang des Deutschen Hausärzteverbandes am Mittwochabend in Berlin ein Gesetz aus dem Rudersport: So seien die Blicke des Steuermanns nach vorne gerichtet – auf das Ziel, das vor ihm liege. Die Ruderer wiederum schauen zurück, um zu erkennen, was man gemeinsam schon an Strecke zurückgelegt habe. Diese Blickhaltung wünsche er sich auch von den Akteuren im Gesundheitswesen, betonte Gebhardt.

Der CDU-Politiker verwies in diesem Zusammenhang auf viele Gesetzesinitiativen des Bundesgesundheitsministeriums, darunter das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) mit seinen Vorgaben für erweiterte Sprechstundenzeiten in Arztpraxen. Alle Reformen verfolgten das Ziel, die Versorgung der Patienten in Deutschland besser und effektiver zu machen.

Pralle Pipeline des Ministeriums

Auch im neuen Jahr habe das Ministerium „eine Menge“ vor. „Wir werden weitermachen“, kündigte Gebhardt an und verwies auf die geplante Reform der Notfallversorgung und das in der politischen Pipeline befindliche zweite Digitalisierungsgesetz, das die noch offenen Voraussetzungen für die Einführung der elektronischen Patientenakte ab dem kommenden Jahr schaffen soll. In den nächsten Wochen werde das Ministerium dazu einen Gesetzentwurf vorlegen, so Gebhardt.

Der Chef des Hausärzteverbands Ulrich Weigeldt konstatierte in seiner Ansprache eine „höhere Flut an Gesetzen als sonst üblich“. Mitunter verlören selbst versierte Beobachter den Überblick.

Der Politik empfahl Weigeldt, bei all ihren Vorstößen die Stärkung der hausarztzentrierten Versorgung (HzV) nicht aus dem Auge zu verlieren. Aktuell rund 5,4 Millionen in HzV-Verträge eingeschriebene Versicherte seien Beleg, dass dieses Angebot zukunftsweisend sei.

Boni sinnvoller als Strafen

Mit Blick auf die im Gesundheitswesen um sich greifende Digitalisierung betonte Weigeldt, diese stelle an sich noch keinen Wert dar. Digitalisierung mache dann Sinn, wenn sie „Strukturdefizite“ in der Patientenversorgung offenlege und beseitige.

Aus Sicht der Hausärzte sei es deshalb sinnvoller, die sich an die Telematikinfrastruktur (TI) anschließenden Praxen mit Boni zu belohnen anstatt – wie derzeit geplant – diejenigen Ärzte, die vorgebende Fristen rissen, mit Honorarabzügen zu sanktionieren.

Deutschlands Hausärzte seien gerne Ruderer, um die Patientenversorgung zu verbessern, griff Weigeldt das von Gebhardt gebrauchte Bild auf. Gleichwohl wünschten sich die Mediziner, Steuermann im Ruderboot zu sein. „Diese Rolle würden wir gerne auch übernehmen.“ (hom)

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