"JWOAktiv"

Weniger Fehlzeiten durch Betriebsmedizin

Mit seinem umfangreichen Gesundheitsmanagement erreicht ein Coesfelder Farbenhersteller nicht nur jeden Zweiten seiner 800 Mann starken Belegschaft. Das Unternehmen konnte auch die Fehlzeiten deutlich reduzieren. - Und das, obwohl sich die Mitarbeiter finanziell daran beteiligen müssen.

Von Merlin Schulz Veröffentlicht: 20.09.2013, 08:54 Uhr

KÖLN. Mit der Herstellung von Farben und Lacken verbindet man das Thema Gesundheit wohl eher selten.

In Coesfeld ist das anders. Seit 2010 bietet der Farbenhersteller J.W. Ostendorf seinen Mitarbeitern mit "JWOAktiv" ein umfangreiches betriebliches Gesundheitsmanagement.

Neben Präventionsmaßnahmen wie Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagader und der Stressmessung durch Ruhe-EKGs gehört auch eine Haltungsanalyse zu den Leistungen, die im Gesundheitszentrum und im Fitnessstudio auf dem Gelände angeboten werden.

Die Haltungsanalyse soll Rückenproblemen und muskuloskelettalen Schäden vorbeugen. Hilfe bei der Nikotinentwöhnung bietet der rauchfreie Betrieb ebenfalls an.

Jeder zweite Mitarbeiter macht mit

Die Hälfte der mehr als 800 Mitarbeiter nimmt aktiv an dem Projekt teil, von der Produktion über die Verwaltung bis zur Geschäftsführung.

"Dadurch, dass für alle die gleichen Kurse angeboten werden, wird der Austausch zwischen verschiedenen Ebenen gefördert", sagt Unternehmenssprecher Kai Minck.

Das Projekt wurde von der Geschäftsführung in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat entwickelt. "Dabei wurde auch streng auf den Datenschutz geachtet", so Minck.

Dass nicht alle Arbeitnehmer teilnehmen, hat laut Tobias Elis auch mit dem Wunsch nach Trennung von Arbeit und Gesundheit zu tun. "Alle wird man nie bekommen."

Der Diplom-Sportwissenschaftler betreut zusammen mit dem niedergelassenen Allgemeinmediziner und Betriebsarzt Dr. Ludwig Föcking aus dem Ärztehaus Velen JWOAktiv seit Januar 2010.

Kassen übernehmen einen Teil der Kosten

"Die Vorsorgeuntersuchung der Krankenkassen alle zwei Jahre ist nicht ausreichend", findet Elis. Das Vorsorgekonzept von JWOAktiv werde laufend angepasst.

So können beispielsweise dem Bluttest neue Tumormarker hinzugefügt werden, um Risiken frühzeitig zu erkennen.

Einen Großteil der Kosten übernimmt J.W. Ostendorf. Jeder Mitarbeiter, der am Programm "JWOAktiv" teilnimmt, zahlt monatlich zehn Euro, den Rest steuern die Krankenkassen bei.

Der Aufwand lohnt sich sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber. Neben mehreren schweren Erkrankungen, die frühzeitig entdeckt und behandelt wurden, konnte die Fehlzeitenquote laut J.W. Ostendorf deutlich gesenkt werden.

Mehr zum Thema

PDSG

Koalition bringt E-Patientenakte Richtung Versorgung

Bundesbürger

72 Prozent sehen E-Patientenakte positiv

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Wie Ärzte die Urlauber in Schach halten wollen

Tourismus in Corona-Zeiten

Wie Ärzte die Urlauber in Schach halten wollen

Koalition bringt E-Patientenakte Richtung Versorgung

PDSG

Koalition bringt E-Patientenakte Richtung Versorgung

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden