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Psychische Gesundheit

Wenn Fürsorge für Frauen zur Belastung wird

Viele berufstätige Frauen erziehen Kinder oder pflegen Angehörige. Diese Zusatzbelastung kann krank machen.

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HANNOVER. Frauen fühlen sich häufiger durch chronischen Stress belastet als Männer und sind häufiger krankgeschrieben. Dies berichtete Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, anlässlich der Frauengesundheitskonferenz 2018 in Hannover. "In Deutschland leisten Frauen neben ihrer Erwerbsarbeit jeden Tag rund eineinhalb Stunden mehr Fürsorgearbeit als Männer. Sie kümmern sich um die Kinder, pflegen Angehörige und managen den Haushalt", sagte Thaiss.

Diese Überforderung könne krank machen: "Mittlerweile zählen psychische Erkrankungen zu den häufigsten Gründen für Arbeitsunfähigkeit bei Frauen."

Fast ein Fünftel aller Berufskrankheiten von Frauen (19,8 Prozent) haben psychische Gründe, gefolgt von Beeinträchtigungen des Muskel-Skelett-Systems (19,5 Prozent) und Erkrankungen des Atmungssystems (16,3 Prozent).

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geben in Deutschland fast doppelt so viele Frauen (13 Prozent) wie Männer (8 Prozent) an, dass sie sich seelisch belastet fühlen. 9,7 Prozent der Frauen (Männer: 6,3 Prozent) berichteten, dass bei ihnen innerhalb der letzten zwölf Monate eine Depression oder depressive Verstimmung diagnostiziert wurde. Besonders betroffen sei die Altersgruppe der zwischen 45 und 65 Jahre alten Frauen, hier betrug der Anteil 11,8 Prozent.

Frauen seien auch häufiger vom Burn-Out-Syndrom betroffen (5,2 Prozent) als Männer (3,3 Prozent).Die Mehrbelastung von Frauen spiegelt sich auch deutlich in der Rentenstatistik wider. In Deutschland beziehen rund 930.000 Frauen eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, bei den Männern sind es 880.000. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter von Frauen wegen verminderter Erwerbsfähigkeit liegt bei 51,2 Jahren (Männer: 52,1 Jahre).

Bei fast der Hälfte der betroffenen Frauen (49 Prozent) waren psychische Krankheiten der Grund für den Rentenzugang. (pid)

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