Kommentar

Wettbewerb mit Handbremse

Von Wolfgang van den BerghWolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Politiker aller Parteien lassen kaum eine Gelegenheit aus, um daran zu erinnern, wie wichtig eine wohnortnahe ambulante Versorgung ist. In einem Atemzug wird daran erinnert, dass der Wettbewerb im System dazu führen soll, die Versorgung auch weiterhin auf hohem Niveau zu halten. Doch warum agieren Politiker mit angezogener Handbremse?

Medienwirksam haben gleich zwei Minister in den letzten Wochen zwei Hausarztpraxen in Baden-Württemberg besucht. Ziel ihrer Besuche war, sich ein Bild von Selektivverträgen zu machen. Ergebnis: SPD-Ministerin und FDP-Minister stellen den Hausärzten ein gutes Zeugnis aus.

Das wirft Fragen auf: Warum werden zwei Gesundheitsreformen beschlossen, ohne sich vorher gut funktionierende Hausarztverträge anzuschauen? Immerhin läuft der Vertrag im Südwesten seit drei Jahren. Warum mussten die beteiligten Ärzte so lange darauf warten, bis ihre Arbeit wert geschätzt wird und die bessere Vergütung nicht nur als das ausschlaggebende Argument für deren Beteiligung gesehen wird?

Es wird höchste Zeit, die Versorgungsalternativen zum Kollektivvertrag stärker zu fördern. Dann hätten es auch neue Verträge, wie etwa der PNP-Vertrag in Baden-Württemberg etwas leichter, sich zu etablieren.

Lesen Sie dazu auch: Bahr entdeckt Selektivverträge

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