Wissenschaftsrat vertagt Empfehlung über Bachelor

OLDENBURG/BERLIN (cben). Die Entscheidung des Wissenschaftsrates (WR) über den ersten deutschen Bachelor/ Master-Studiengang für Medizin im Niedersächsischen Oldenburg ist auf Ende Juni verschoben worden.

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Die für Montag geplante Bekanntgabe der Empfehlung wurde von der Tagesordnung der Pressekonferenz in Berlin gestrichen. Offenbar ist das Bundesgesundheitsministerium (BMG) noch nicht überzeugt.

"Es besteht weiterer Diskussionsbedarf", sagte die Sprecherin des WR Dr. Christiane Kling-Mathey zur "Ärzte Zeitung". Das Vorgehen sei nicht untypisch für die Debatten im Wissenschaftsrat. "Wir wollen einen Schnellschuss vermeiden und ein bis ins Letzte abgestimmtes Papier vorlegen", sagte Kling-Mathey.

Oldenburg will einen Bachelor/ Master-Studiengang zusammen mit der holländischen Uni Groningen initiieren: die European Medical School Oldenburg-Groningen (EMS). Das dazugehörige Universitätsklinikum Oldenburg (UKO) soll auf drei Oldenburger Krankenhäusern aufgebaut werden. 40 Studenten pro Semester sollen nach drei Jahren den Bachelor erwerben und nach drei weiteren Jahren einen Doppelabschluss: den deutschen "Master of Science" und den holländischen "Master in Geneeskunde". Die Kosten von rund elf Millionen Euro pro Jahr sollen aus dem Portemonnaie des Landes kommen. Ob Niedersachsen sich auf das Projekt einlässt, hängt auch von der Empfehlung des Wissenschaftsrates ab.

Das BMG, das im WR über einen Sitz verfügt, hat wohl noch Bedenken, heißt es nach Informationen der "Ärzte Zeitung". Es bestehe wohl noch Abstimmungsbedarf zwischen dem Forschungsministerium, das für den Bachelor ist und dem Bundesgesundheitsministerium.

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